Wir sind nicht bloß ein Haufen Hippies.... -klar-
also das für Mittwoch, ergo Morgen angesagte Projekt ist verschoben worden auf Donnerstag, vielleicht wird es sogar ganz gestrichen. (Ich habe fast eine Minute gebraucht um in meinem Kopf die Übersetzung für „cancel“ zu finden) Es ist außerdem noch nicht klar, wer Supervisor des Projekts ist, wir wissen noch nicht ob wir Campen werden oder ob wir wie die anderen Volunteers, die seit heute auf einem Projekt sind, jeden Abend heim fahren werden um in den Häusern zu schlafen. Ach ja uns wurde erst heute Abend mitgeteilt, dass das Projekt verlegt wurde..natürlich nachdem 80% der Leute ihre Sachen schon gepackt hatten...mich eingeschlossen.
-Es passt hier zwar nicht hin aber natürlich kommen die Japaner aus Tokio und nicht aus Hongkong...naja Erdkunde wurde nicht grundlos abgewählt-
Aber immerhin hatten wir heute endlich unser Sicherheitsgespräch und wie erwartet war es unfassbar....langweilig! Da ich mich gestern Abend irgendwie nicht so müde fühlte hatte ich mir dummerweise die Sicherheitsvorschriften schon angesehen, was nicht dazu beigetragen hat, dass das Gespräch spannender wurde. Uns wurde zum tausendsten Mal erklärt, dass wir viel trinken müssen weil wir ansonsten dehydrieren würden...außerdem wurden wir darauf hingewiesen keine Kakteen zu umarmen...
Richtig lustig wurde es bei den Spinnen...in den Gebieten in denen wir arbeiten werden -oder zumindest habe ich immer noch die Hoffnung, dass wir irgendwann mal arbeiten- gibt es zwei „gefährliche“ Spinnen. Die eine „Black Widow Spider“ (oder so ähnlich..ich bin jetzt zu faul genau nachzusehen) hat ein Nervengift..der bis sieht nicht so schlimm aus..das Nervengift bringt dich nicht um aber es setzt sich für einige Tage außer Gefecht (Zitteranfälle etc.) und einen braune Spinne, deren Namen ich komplett vergessen habe, besitzt ein Gift, welches das Fleisch angreift...das Foto von dem Biss war wirklich ekelhaft und ich kann mir vorstellen, dass es sehr schmerzhaft ist. Nachdem ich die Bilder gesehen hatte, beschloss ich mich nicht von einer Spinne beißen zu lassen. Danach kamen die Schlangen auch da gibt es zwei giftige Typen, beide wirklich hübsch und beide nicht tödlich....ach von ihnen werde ich mich, bis auf die Fotos sollte ich eine sehen, fernhalten. Am genialsten waren die letzten Anweisungen...sie betrafen Pumas und Braunbären. Die Sicherheitsanweisungen für diese beiden Tiere lautet: Renne niemals weg oder drehe ihnen den Rücken zu, sei so groß (Jacke ausbreiten zB) und laut (schreien) wie möglich, werfe mit Steinen oder Stöcken auf ihn/sie (wie mache ich mich groß und hebe gleichzeitig einen Stein auf?) und mein persönlicher Lieblingstipp: „If he decides, that you are food and he attacks, fight back.“ Kurze Angabe zu einem Bergpuma: Gewicht zwischen 65-90 Kilogramm...hauptsächlich Muskeln...das wird ein spannender Kampf...aber sie sind unglaublich hübsch, dass heißt sollte ich einen treffen und dieser beschließen mich zu essen so werde ich zumindest von einem wunderschönen Tier gegessen... ansonsten gab es natürlich noch mehr langweiligen Stoff, schließlich waren 3 Stunde zu füllen. Wir wurden vor dem Moonsum gewarnt, vor Blitze (erstaunlich man soll nicht mit langen Metallstangen auf Bergen spielen...), nochmal vor der Hitze, davor in Seen zu springen ohne zu testen wie tief sie sind und davor nach Mexiko zu gehen. Als wir endlich entlassen wurden und ich innerlich drei Kreuze machte, erwartete uns die nächste Überraschung: John, 50 aus NY, war bereit uns Einweisungen zum Umgang mit der Natur zu geben. John war Feuerwehrmann, Ranger, Förster und noch ein paar andere Dinge bevor er zu ACE kam. Er erklärte uns wo wir in der Wildniss aufs Klo zu gehen hatten, dass wir keine Lagerfeuer machen sollten wo wir keine brauchen und so weiter...eigentlich sprach er hauptsächlich von seinen eigenen Erfahrungen und Einstellungen. Wobei er ein super netter und unglaublich lockerer Typ zu sein scheint.
Von dort aus sind ich und Johan zusammen zum Supermarkt gelaufen und haben uns etwas zum Kochen gekauft...es schmeckte im Endeffekt...langweilig...Ich vermisse das Essen Zuhause!
Den Rest des Tages habe ich damit verbracht die anderen Volunteers kennen zu lernen und ein bisschen zu turnen. Abends kam dann Matt und es scheint so als würde er langsam warm mit den neuen Volunteers...er war fast 2 Stunden hier unten und hat sich mit uns unterhalten...er ist genau so freundlich wie jedes andere ACE Mitglied...aber auch ihn nervt die Unorganisiertheit, wobei er behauptet es sei Primär so unorganisiert weil das Jahr erst begonnen habe und die Projekte erst noch besorgt werden müssten..naja ich bin ja lange genug hier um das heraus zu finden...
Meine Erkältung wird weder besser noch schlechter aber sie sorgt wenigstens dafür, dass ich eine Menge trinke..irgendwas zwischen 5-7 Liter am Tag...davon mindestens ¾ Tee....und ich hasse Tee...aber naja was tut man nicht alles...deshalb sehe ich auch das Verschieben des Projektes genau wie eigentlich alles andere seitdem ich hier bin positiv, denn so habe ich einen weiteren Tag an dem ich mich erholen kann um dann voller Energie in die Projekte zu starten.
Irgendwie ist es herrlich hier...die Gemeinschaft ist super...die Freundlichkeit der Amerikaner scheint ansteckend zu sein allerdings ohne diese Oberflächlichkeit...
-Nachtrag: Das französische Mädchen heißt Caroline-
-Nachtrag 2: Habe mich heute mit Andi unterhalten, einem Österreicher und ein unglaublich netter Kerl, das Gespräch begann mit dem Satz „Es ist nicht leicht eine Freundin in ACE zu haben.“ und da ich irgendwie schnell schalte in letzter Zeit...(ich versuche bescheiden zu sein..ich weiß natürlich, dass ich bei so was immer schnell schalte) wusste ich natürlich das Helene, die Belgierin aus meinen Haus, seine Freundin war. Anscheinend seit dem Ende des ersten Projekts, nachdem beide einen Mitternachtsspaziergang gemacht haben....so läuft das also hier...ist ja wie zu hause...-
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Bin ja echt froh, dass die Japaner nicht Hong-Kong annektiert haben, ohne dass ich es mitbekommen hätte... :-)
AntwortenLöschenWünsche Dir gute Besserung und, dass Du Dich an den tee gewöhnst (es gibt verschiedene Sorten, wahrscheinlich sogar in USA, probier Dich durch!)
Liebe Grüße aus Saarbrücken
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