Samstag, 31. Januar 2009
Catalina Island
Erwachen um acht Uhr...Peter meint im Zimmer laut mit Oh sprechen zu müssen...weiter schlafen
Erwachen acht Uhr dreißig...Peter redet immer noch mit Oh...ich bitte ihn höflich leiser oder woanders mit ihm zu sprechen. Die Übersetzung dessen was ich sagte dürfte so ziemlich „Halt die Schnautze oder rede draußen weiter“ entsprechen.
Erwachen neun Uhr, Imke skypt im Gemeinsschaftsraum laut genug, dass ich oben jedes Wort verstehen kann...ich gehe aufs Klo und lege mich wieder hin.
Erwachen zehn Uhr vierzehn....drei Versuche sind genug, jetzt stehe ich auf! Ich gehe in die Küche, koche Kaffee und begrüße die bereits wachen Hausbewohner.
Nach dem ersten Kaffee fühle ich mich besser. Die Meisten haben bereits das Haus in Richtung Las Vegas verlassen. Zurück bleiben Matt, Kristina, Matilda, Rica und meine Wenigkeit. Das bedeutet ich habe für die nächsten zwei Nächte meinen eigenen Schlafraum!
Nach dem ersten Kaffee unterhalte ich mich ein wenig mit Kristina und Matilda und erfahre, dass sie auch planen zu Walmart zu fahren, vorher aber im Büro vorbei müssen. Ich beschließe, mich ihrem Weg anzuschließen.
Wie ich durch Matt erfahre sind die neuen Projekte online -endlich!-
Das, was ich sehe erfreut mich und versüßt mir den Tag.
Joschka Bauer, Projektbeginn Montag, Projektstandort Saint Catalina Island!!!
Gegen viertel vor zwölf brechen wir auf. Fünfundzwanzig Minuten später sind wir am Büro, an dessen Tür wir eine Notiz finden die im Groben Folgendes aussagte: „Fragen zu den Projekten werden nicht beantwortet. Mat ist nicht da und Kazuko und Jason wissen nichts über die Projekte.“
Wir betreten das Büro in dem wir Kazuko und Jason vorfinden. Ich sage, dass ich eine Frage zu den Projekten habe, kassiere einen düsteren Blick und erkläre dann, dass es nur ein Witz war und das wir wegen Kristina da seien. (Jeder der mich kennt, wusste mit Sicherheit, dass ich diesen blöden Witz machen würde.)
Kristina unterhält sich mit Kazuko während ich Smaltalk mit Jason halte. Danach fragt mich Kazuko ob die Kaffeemaschiene, die sie besorgt hatte, funktioniert. Ich erkläre ihr das Problem der Kaffeemaschiene ausführlich und sie verspricht sie auszutauschen. Danach zeige ich den Beiden den „Common Stuff“ neben dem Büro. Beide suchen sich einige Sache heraus und dann geht es los zur Bushaltestelle. Von dort mit der Linie 4 zu Walmart.
Im Walmart finde ich, nachdem ich auf der Toilette war, schnell alles was ich brauche. Nach 10 Minuten bin ich fertig und Suche die beiden Mädels. Ich finde sie in der Kleiderabteilung. In diesem Moment wird mir klar, was für einen riesigen Fehler ich gemacht hatte.
Vierzig Minuten später
Wir verlassen Walmart und alle sind glücklich weil sie alles gefunden haben was sie brauchen.
Kopflampe, Rucksack, Wasserschlauch, Kameratasche, warme Unterwäsche und sechs Paar Socken haben zusammen fast hundert Dollar gekostet.
Wir beschließen zu Taco Bell Mittagessen zu gehen. Das Essen schmeckt klasse. Es dauert eine ganze weile bis wir uns aufraffen und Taco Bell wieder verlassen. Wir beschließen zu laufen, statt den Bus zu nehmen. Hier begehe ich Fehler Nummer 2.
Auf dem Weg zurück nach Downtown laufen wir an einem Kleidergeschäft vorbei -nein, vorbei ist nicht ganz richtig. Anscheinend rochen es die Mädchen schon eine Meile gegen den Wind nun auf jeden Fall enden wir im Kleidergeschäft. Nur für ein paar Minuten, sagen Beide.
Während der nächsten zwanzig Minuten unterhalte ich mich mit den beiden Kassiererinnen darüber, wie sehr ich Shoppen gehen hasse.
Danach geht es endlich nach Hause. Als wir zu Hause ankommen ist es fünf Uhr. Es folgt das zeremonielle Kaffeekochen nur ohne Kaffeemaschine, denn die hatte Kazuko bereits abgeholt. Wir alle sind uns einig, dass es einem Verbrechen gleich ist eine Sache zu entwenden ohne sie direkt durch eine bessere zu ersetzen.
Während ich meinen Kaffee trinke, kommt Chris. Wir unterhalten uns über Saint Catalina Island und er erzählt mir, dass er schon da war. Er berichtet, dass es dort einen genialen Campingplatz gibt mit großen Gemeinschaftszelten, einer Feuerstelle, Duschen, Toiletten und allem was man braucht.
Außerdem ist es wunderschön. Meine Vorfreude steigt noch weiter.
Chris und Matt verlassen dann das Haus um irgendwo essen zu gehen. Kurz darauf kommt Kazuko mit der neuen Kaffeemaschiene und mit Schränken für unseren Raum, endlich ist Organisation möglich.
Später schaue ich mir Bilder von Saint Catalina Island an und bin begeistert. Der Tag wir immer besser. Ich lese mir die Beschreibung auf der ACE Homepage zu diesem Projekt durch und werde sie euch hier mal auszugsweise wiedergeben:
-Catalina Island ist eine 30 Meilen vor der Küste von Kalifornie liegende Insel.
-88% der Insel gehören der Organisation für die wir arbeiten werden.
- Selbst im Winter ist das Wetter schön
- Ihr werdet nahe dem Strand campen und solltet Schwimmsachen mitbringen.
-Am Wochenende habt ihr frei und könnt die Insel erkunden
Ich selbst sehe dann mal auf weather.com nach und erfahre, dass für die nächste Zeit nur Sonne angesagt ist und selbst in der Nacht die Temperatur nur selten unter zehn Grad Celsius sinkt. Das perfekte Projekt.
Den Abend lasse ich ähnlich ausklingen wie den letzten. Ich schreibe zwei Briefe und schaue mir mit Kristina und Matilda einen Film an. Da Beide mir keinen Film nennen konnten, den sie sehen wollten, entschied ich mich für „When Harry meets Sally“.
Für Morgen ist ein Gang zur Post und das Abschicken der Karten und Briefe geplant.
Ich freue mich so unglaublich auf Catalina Island, dass gibt es gar nicht!
Übrigens liegt auch Avalon auf dieser Insel...mal sehen ob ich King Arthurs Spur finde. Ich bin total aufgeregt auch wenn ich nur 4 Tage Pause habe...ich freue mich. Drei Wochen Strand.
Freitag, 30. Januar 2009
Nicht mehr die Neuen
Heute sind zwei neue Volunteers in unser Haus eingezogen, sie sind der Vortrupp der am Wochenende anreisenden neuen Gruppe von Volunteers. Es sind zwei Mädchen aus Dänemark, irgendwo in der Nähe von Deutschland. Kristina ist 20 und Matilda ist 21. Mit beiden habe ich bis eben Mall Cop geschaut. Jetzt ist es 12.48 am und ich sitze wieder alleine im Gemeinschaftsraum. Morgen wird der Hauptteil der Volunteere, die ich kenne zu einem dreitägigen Road-Trip aufbrechen -nach Las Vegas. Ich indes habe beschlossen, dass es sich als 19 Jähriger nicht wirklich lohnt nach Las Vegas zu fahren und das ich, sollte ich mich noch um entscheiden, noch genug Gelegenheiten finden werde nach Las Vegas zu kommen. (Außerdem habe ich keine Lust um 8 Uhr aufzustehen!) Ich werde Morgen zu Walmart fahren und mir dort meine noch fehlenden Dinge kaufen. Ansonsten werde ich wohl ein wenig trainieren und mich ansonsten der Faulheit widmen, welche während der Projekttage definitiv zu kurz gekommen ist. Aber was rede ich von Morgen...was Morgen geschieht kann ich Morgen beschreiben und wird ohnehin wie immer vom ursprünglichen Plan abweichen.
Nachdem ich heute um kurz nach 6 am endlich im Bett war schlief ich sehr gut bis um 9 am...da standen dann die ersten wieder auf und die Sonne kam ihrer unangenehmen Aufgabe nach durch das Zimmerfenster in mein Gesicht zu scheinen...ich habe mich später am Tag kurz mit ihr unterhalten...sie hält auch nichts davon im Osten auf zugehen aber es ist nunmehr ihr Job...
Na ja danach schlief ich mehr oder weniger bis um 12 am...(verwirrend das mit der Zeit...von 24:01 heißt 12.01 am...24 Uhr heißt aber 12 pm und 12 Uhr (12 am) aber 12.01 Uhr heißt dann wieder 12.01 pm)...danach war Hausputz angesagt... also nicht wirklich erstmal trank ich einen Kaffee... aber dann...ich hatte eine sehr dankbare Aufgabe...Kühlschrank sauber machen und sortieren...OH half mir dabei wodurch ich nach 10 Minuten fertig war...da ich nicht unnütz in der Gegend herumlungern wollte beschloss ich Postkarten kaufen zu gehen...d.h. In ein paar Tagen sollten die ersten Postkarten ankommen...
Danach ging es zur Post wo ich nach den Preisen fragte...94 Cent umgerechnet 68 Euro-Cent das ist okay...^^
danach ging es zurück nach Hause wo ich auf Kristina und Matilda traf...ich habe mich ein bißchen mit ihnen Unterhalten...weil ich ja von meiner eigenen Ankunft weiß, dass es nicht shcön ist in ein Haus zu kommen und nicht unfassbar freundlich begrüßt zu werden...
Kristina hat einen Rückenschaden und darf deshalb nichts schweres heben...mal sehen ob sie auf richtigen Projekten mitarbeiten kann. Den Tag über faulenzte ich so vor mich hin...schreib die Postkarten und einen Brief...beantwortete E-Mails...und unterhielt mich weiter mit den Beiden.
Am Abend stand dann die Entscheidung im Raum: Essen was da ist...Essen kaufen...Essen gehen...damit ihr die Tragweite dieser Entscheidung nachvollziehen könnt versuche ich sie in jeder Einzelheit zu beschrieben.
Stellen wir uns drei faule Erwachsene im Alter zwischen 19-21 vor. Im Haus befinden sich diverse Früchte und Salat. Alle drei sind hungrig und planen ein Abendessen. Der Umstand, dass alle drei faul sind soll hier nochmal hervor gehoben werden. Zur Auswahl stehen nun drei Möglichkeiten. Die Erste besteht darin, sich mit dem bisschen, was verfügbar ist zufrieden zu geben. Die Zweite besteht darin, sich auf zu raffen und zu dem 10 Minuten entfernten Supermarkt zu gehen, was besseres Essen verspricht. Die Dritte besteht darin sich nach Downtown zu bewegen, wo es ein gutes mexikanisches Restaurant gibt mit Livemusik, allerdings ist dieses 25 Minuten weit entfernt.
Ich weiß nicht ob klar wurde wie bedeutend diese Entscheidung in diesem Moment schien und wie unglaublich ausgeglichen schlecht die Alternativen waren, da sie alle positive wie negative Aspekte aufwiesen.
Den entscheidenden Anstoß gab dann Matt, der krank zu werden scheint und mich fragte ob ich noch zu Bashes gehen würde und ob ich ihm Avokados mitbringen könnte. Da Matt ein klasse Supervisor gewesen war und ich ihn mittlerweile echt mochte...und ich außerdem nicht schon wieder Fruchtsalat zum Abendessen wollte, beschloss ich zu Bashes zu gehen. Matilda begleitete mich. Im Bashes traf ich dann noch den recht müde wirkenden Chris und unterhielt mich ein wenig mit ihm. Schlussendlich gab es Pizza mit Fruchtsalat als Nachtisch. Das war eine gute Wahl..wobei die Pizza Mittelmaß war...aber mein Fruchtsalat war klasse...Natürlich hatte ich an Matts Avokados gedacht und bat ihm noch mein Aspirin an, was er dankbar an nahm...mal hoffen, dass er wieder auf die Beine kommt...auch er fand den Obstsalat gut (was man kann, kann man eben...okay ist nur Obstsalat aber immerhin...besser als nichts)...
Wie der Abend endete wisst ihr nun ja schon...wir schauten uns zusammen einen Film an und dann gingen die Beiden ins Bett und ich schreib diesen Text....wobei ich zwischendurch noch nachgesehen haben welcher Text heute im Kalender dran ist.
Jetzt werde ich langsam Müde und werde gleich mal ins Bett gehen, man muss ja nicht jeden Tag bis 6 am wach bleiben.
Donnerstag, 29. Januar 2009
Ich stinke
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| Erstes Projekt |
Donnerstag 1/29/09
Das erste Projekt ist überlebt und ich habe eine Menge gelernt....hauptsächlich, dass ACE gar keine so schlechten Ratschläge gibt...ich dachte mir am Anfang, dass ich möglichst viel Geld sparen will für später aber nachdem ich die ersten Nächte wirklich gefroren haben, habe ich beschlossen, dass mir das Geld egal ist...ich brauche lange, warme Unterwäsche, einen zweiten, kleineren Rucksack und eine Kopflampe....
Der Grund, warum ich immer noch wach bin obwohl ich heute noch einen halben Tag arbeiten musste ist einfach: Wir haben eine Kaffeemaschine bekommen und ich habe Kaffee gekauft...heute ist der erste Tag an dem ich wieder leckeren Kaffee habe..ich liebe es!
Ich versuche jetzt mal alles was ich nicht vergessen habe zusammen zu fassen.
Alles begann am Donnerstag Morgen um fünf Uhr dreißig. Peters Wecker klingelte und ich stand auf...danach ging es raus in die Kälte..ich hasse Kälte und ich hasse es müde in die Kälte zu müssen aber darauf wurde keine Rücksicht genommen. Nach dem Laden des Vans, wollte ich in einen von beiden einsteigen aber mir wurde gesagt er sei voll und ich solle zum anderen gehen...also ging ich zum Anderen...der war aber auch voll...also lief ich zurück zum Ersten wo sich herausstellte, dass sich Matt nur verzählt hatte...die Folge war, dass ich den Arschlochplatz hatte mit einer Menge Beinfreiheit und einer halben Rückenlehne...
Den Hauptteil der Zeit, die wir fuhren habe ich....geschlafen...als wir in Sedona ankamen regnete es ein wenig, trotzdem stiegen fast alle aus...was daran liegt, dass ACE aus 90% Rauchern besteht...ich machte dort meine ersten Bilder....nach ungefähr einer Stunde kamen die Supervisor dann wieder aus der Rangerstation... wir fuhren zu unserem Campingplatz...die freundliche Überraschung..es gab eine Toilette... die schlechte war, dass wir zuerst zur Arbeit mussten und erst danach Zeit zum Zelte aufbauen haben würden...normal kein Problem..in meinem Fall aber schon, weil ich hatte nur einen Rucksack dabei in dem meine gesamte Kleidung für die 7 Tage und die Hygiene Produkte etc. gepackt waren...ich dachte eben wir würden die Zelte zuerst aufbauen...die Reihe der ungünstigen Zufälle setzte sich natürlich fort, denn die Arbeit an diesem Tag erforderte es, dass man eine weite Strecke wandert...am Ende war ich echt fertig, weil der Rucksack mich echt schaffte. Die Arbeit an diesem Tag bestand daraus, einen Trail für Mountianbiker und Wanderer besser begehbar zu machen indem wir Zweige und kleine Bäume die über den Weg hinaus gewachsen sind abschnitten und die abgeschnittenen Teile versteckten, weil eine der Hauptregeln unserer Arbeit ist „Hinterlasse keine Spuren“...die Arbeit war locker aber das Wandern war grausam anstrengend...es war am Ende ein guter erster Tag...danach ging es zurück zu unserem Campingplatz...(Nebenbei läuft gerade Amerikanisches Fernsehen und Helena und Caroline reden Französisch...das ist ziemlich verwirrend wenn man ohnehin schon alles im Kopf übersetzen muss...) dort bauten wir unsere Zelte auf und bereiteten das Abendessen zu...wie ich später feststellen würde, ist die Auswahl an verschiedenen Abendessen sehr gering auf Projekten...es gibt immer Fleisch mit Gemüse...meistens Broccolie...und ich hasse Broccolie (Ich weiß nichtmal wie man es schreibt)! Danach ging es schnell ins Bett... es ist auf Projekten normal, dass alle spätestens um 8.30 pm im Bett sind...
Freitag Morgen 6.01 am....dieser Morgen ist okay...es ist einigermaßen warm und das Aufstehen fällt nicht so schwer...alle sind müde und da ACE ja wirklich organisiert ist..wusste noch keiner was wir heute machen würden...am Ende entwickelte es sich aber ganz gut, denn wir arbeiteten bei der Rangerstation wo es einen „Sozialen Arbeitstag“ gab und viele freiwillige Helfer da waren...die Arbeit war mehr nach meinem Geschmack...das Tragen von schweren Felsbrocken und das Bauen von Wegbegrenzungen...außerdem wurden einige Wasserwege erneuert...die zweite positive Sache...es regnete nicht! Im Gegensatz zu den Vorhersagen war es nur bewölkt...die dritte gute Sache, es gab Toiletten....die vierte gute Sache..am Mittag gab es geniales Essen für alle...denn schon am zweiten Tag war ich vom ewig gleichen, fahlen Geschmack des Essens angenervt...
Die Arbeit war lustig und auf dem Rückweg fuhren wir zu einer Tankstellen, weil uns Chris, der Supervisor unseres Vans einen gefallen tun wollte...es gab echten Kaffee...naja echten, abartigen, amerikanischen Kaffee...aber Kaffee! Danach ging es zurück ins Camp...achja was ich ganz vergessen habe...vor jedem Arbeitstag gab es das gemeinsame Sicherheitsmeeting, wo wir alle einer nach dem anderen eine der Sicherheitsregeln wiederholen mussten und danach gemeinsames Stretching (was wie ich aus Sporttheorie weiß gefährlich und unnütz ist...nach einer kurzen Warm-up-Phase ist es viel sinnvoller aber egal).
Zurück im Camp gab es Abendessen und danach blieb einen kleine Gruppe von uns wach und unterhielt sich...was mich hier besonders begeistert ist, neben den wunderschönen Aussichten, die Atmosphäre...die Truppe ist wirklich eine Truppe...Jeder lacht mit Jedem und Jeder versucht zumindest Jeden zu mögen...das ist fantastisch...danach ging ich müde ins Bett.
Samstag Morgen 6.01 am, das Aufstehen wird härter...(Anmerkung des Autors: Von dem Chlor im Amerikanischen Trinkwasser bekommen die meisten Europäer Blähungen)...der Geruch wird strenger...aber es geht noch...am Samstag gingen wir zurück auf den Trail des ersten Tages um die dort nicht beendete Arbeit zu beenden...dummerweise hatte ich direkt am Anfang was zu tun, wodurch ich einer der drei Letzten war...die anderen Beiden waren Chris, der Supervisor und Peter aus meinem Haus...Chris beschloss, dass wir das Aufräumkommando waren und so mussten wir alle Fehler der anderen ausbessern... um 12.30 pm, pünktlich zum Lunch, waren wir fertig...was automatisch dazu führte, dass eine sehr lange Mittagspause entstand...da die Supervisor, Chris und Matt (der andere Bus mit den anderen beiden Supervisorn war zu einem anderen Ziel gefahren) beschlossen, es sei nicht gut jetzt schon die Arbeit nieder zu legen, da wir ja bis um 5 pm bezahlt werden würden, beschlossen sie eine spontane Wanderung... Peter, Chris und ich hatten jedoch noch ein kurzes Stück Trail abzuarbeiten...danach starteten auch wir unsere Wanderung...das Kommentar „Wir haben noch so viel Zeit, wir gehen den langen Weg“ von Chris führte dazu, dass alle anderen 1,5h auf uns warten mussten und wir erst nach Dämmerung zurück im Camp waren...Hatte ich erwähnt, dass ich wandern hasse? Zum Abendessen gab es zur Abwechslung Fleisch und Gemüse... danach ging ich recht schnell ins Bett, Ich war echt am Ende...doch ein Gutes hatte das Ganze, ich kenne nun die Namen von 2 Kakteenarten und einem Baum in Englisch.
Sonntag Morgen 6.01 am...ab hier wird es hart...ich habe die Nacht schlecht geschlafen, weil ich gefroren habe....am Morgen war es noch kälter und es ist unfassbar schwer sich aufzurappeln, wenn man weiß, dass einen eine kalte Hose und ein kaltes Arbeits-T-Shirt erwartet. Das Frühstück bestand wie jeden Morgen aus einer Schüssel Kornflakes. Danach ging es auf zur Arbeit...an diesem Tag erwartete uns, was wieder keiner vorher wusste, das Gegenteil der Arbeit des Tages zuvor. Mountainbiker hatten einen illegalen Trail geschaffen, welchen es zu schließen galt. Tote Bäume, Gestrüpp und Steine mussten auf dem Weg verteilt werden, Fundamente, die den Trail hielten, mussten zerstört werden...für Sprünge errichtete Steinhaufen wurden demontiert....mit anderen Worten destruktive Arbeit...ich liebte sie...(ist euch aufgefallen, dass ich ständig zwischen den Zeiten wechsle? Mir schon!)... reichlich erledigt ging es danach ins Camp zurück wo mich das gleiche erwartete wie jeden Abend...Essen...Bett!
Montag Morgen 06.01 am...es ist noch kälter...zudem bläst ein starker Wind....gefühlte Temperatur minus viertausend Grad, als ich aus meinem Schlafsack kroch in dem ich auch schon gefroren hatte...wieder Flakes und ab ins Auto...Start war wie jeden Morgen um 7 Uhr...diesmal erwartete und Zäune bauen...eine recht angenehme Arbeit deren Hauptbestandteil darin bestand in der Sonne zu liegen, da immer nur Werkzeuge für die Hälfte der Truppe vorhanden waren... eine recht nette, wenn auch in meinen Augen unnütze Arbeit..es ging darum, dass die Amerikaner nicht mit ihren Autos auf das freie Feld fahren, was Amerikaner nun mal machen, wenn sie die Gelegenheit haben...Am Ende stand der Zaun und Brandon, der Forstarbeiter welcher mit uns zusammen den Zaun baute war überrascht wie schnell es ging...da es erst zwei Uhr war beschlossen wir uns noch alte Indianerruinen anzusehen...das war cool...die alten Bilder an den Wänden, die Häuser und die Geschichte dazu...danach ging es zur Tankstelle, wo ich mir eine Cola kaufte, primär weil ich dieses widerliche Amerikanische Wasser satt hatte...danach ins Camp, Abendessen und ein wenig mit den Anderen reden, dann ins Bett.
Dienstag Morgen 06.01 am...unsere Wasserquelle ist, wie sich herausstellen wird, wenn ich mein Zelt verlasse, gefroren! Glücklicherweise habe ich mein Mittagessen (läpisches Amerikanisches...nennen wir es der Höflichkeit halber mal...Brot mit irgendeinem Mist darauf) schon am Tag vorher zubereitet und meine Wasserflaschen aufgefüllt, so dass ich mit den Händen in den Taschen herumstehen und frieren konnte. An diesem Tag erwartete uns wieder Arbeit mit Will. Wills Familie kommt ursprünglich aus Deutschland, er heißt mit Nachnamen Schuhmacher...nur eben amerikanisiert (Shoemaker)..er ist um die 50 und ein verdammt verrückter Kerl mit einem netten Sinn für Humor...sehr sarkastisch...wir bauten Checkpoint und kleine Wälle am Berg, damit das Wasser abfließen kann und nicht den ganzen Trail hinunter fließt... (an diesem Tag habe ich keine Fotos gemacht, dafür gibt es einen einfachen Grund: mein Akku war leer...ebenso wie der Akku meiner Taschenlampe was zum Einem zu dem Entschluss führte mir eine Kopflampe zu zulegen und zum Anderen dazu, dass ich Morgens und Abends kein Licht mehr hatte... Diese Arbeit war auch super...sie war anstrengend und schloss keine Wanderungen mit ein...außerdem arbeitete ich mit Chris (einem Assistenz-Suppervisor und nicht dem Supervisor) zusammen an einem Checkpoint...er war fantastisch....Will meinte am Ende es wäre die beste Arbeit, die er heute gesehen hätten und sie würden es genau so wollen, was mich schon ein wenig stolz machte...
Mittwoch Morgen 6.01 pm...der Handywecker klingelt...ich war heute Nacht vier Mal pinkeln, was vier Mal aus dem Schlafsack klettern, vier Mal in die kalten Kleider schlüpfen und vier Mal ins Kalte müssen einschloss...ich hasse Kälte... heute erwartete uns wieder Arbeit mit Will...zumindest dachte ich das....am Ende lief es darauf hinaus, dass Peter, Chris und Ich einen weiteren Trail bearbeiteten und dort die Pflanzen am Wegrand zurecht stutzen, während die anderen mit Will arbeiteten....um 12 Uhr ging es dann zurück zum Campingplatz...Zelt abbauen, Sachen packen und Abfahrt... eine Stunde später waren wir in Flagstaff...dort hieß es Ausladen und dann Auto waschen...und zwar gründlich, denn Chris ist Perfektionist.
Danach ging es zurück ins Haus...ins warme und es wurde nacheinander geduscht...ich war letzter weil ich warten musste bis meine Kleidung gewaschen und trocken war...ich hatte Nichts mehr zum anziehen...danach ab zu Bashes und Essen kaufen...für mich gab es Fruchtsalat...lecker und endlich eine Abwechslung...achja und natürlich Kaffee....wir haben ja jetzt eine Kaffeemachine...hier gibt es Starbucks Kaffee zu kaufen...fantastisch...
Abschließend kann ich folgendes sagen: Matt und Chris, die beiden Supervisor die während des Projekts für mich zuständig waren sind unheimlich nette Kerle...auf Projekten sind sie anders als in Flagstaff...Chris (der Assistenz-Supervisor) ist ein klasse Kerl ich mag ihn.
Der Sternenhimmel in einer komplett unzivilisierten Gegend ist das schönste was ich bisher gesehen habe und ich hasse es, dass meine Kamera nicht fähig ist ihn zu fotografieren...ich habe noch nie so viele Sterne gesehen.
ACE ist komplett unorganisiert!
Abends alleine im Zelt vermisse ich euch alle unglaublich und Musik ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens...ich muss mehr Musik hören...
Und nach 7 Tagen Projekt stinken alle wie die Sau...ich liebe es zu stinken...^^
Ansonsten genieße ich meine Zeit hier...alle sind unglaublich offen und Morgen (heute ^-^) ist Hausputz angesagt (normal für 10 am aber da Matt heute trinken war erst um 12 am)...
Ich hätte weniger Kaffe trinken sollen denn wir haben jetzt 4.29 am und ich bin kein bisschen müde...und ich bin mir sicher, dass ich die Hälfte vergessen habe aber ich reiche alles nach, was mir noch einfällt...jetzt freue ich mich auf meine 6 freien Tage und werde demnächst die ersten Postkarten auf den Weg schicken.
Mittwoch, 21. Januar 2009
In der Mitte von Nirgendwo


In der Mitte von Nirgendwo
Mittwoch morgen, halb 10..ich erwache aus Träumen an die ich mich nicht erinner...die letzten Erinnerungen des letzten Abends muss ich erstmal verarbeiten. Hab seit langem mal wieder von David gehört und mich mit ihm unterhalten, um halb 2 als ich ins Bett wollte kam Peter betrunken nach Hause...bis hierhin war noch alles normal...ich machte mich bettfertig und trug das im dunkeln leuchtende T-Shirt. Als ich das Zimmer betrat aus dem Peter gerade raus wollte sah er das T-Shirt...er fing an die leuchtenden Linien nachzufahren..nachdem er das eine Minute lang gemacht hatte, beschloss ich es sei nun genug und bat ihn mich ins Bett zu lassen..eine wirklich seltsame Begegnung...mitten in der Nacht in einem dunklen Zimmer...ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass er sehr betrunken war...zu seinen Gunsten...
Jetzt haben wir wieder Abend..gerade einmal acht Uhr aber ich bin hundemüde und muss meine Sachen noch packen... Wieso ich so müde bin wo ich doch an sich ausreichend geschlafen haben... weil ich beschlossen hatte dem langweiligen Alltag zu entkommen und wandern zu gehen... Zusammen mit Johan machte ich mich um viertel vor Elf auf den Weg...zuerst zu Bashes und dann immer der Nase und der Karte nach... zwei Meilen entlang der Hauptstraße und dann ab in einen Park... die Karte war ungefähr so nützlich wie die Sicherheitstipps für den Puma...
Die meisten der Wege auf der Karte existierten nicht...dafür existierten eine menge Wege die nicht auf der Karte verzeichnet waren...das Ergebnis war, dass ich und Johan uns in der Mitte vom Nirgendwo wiederfanden... außerdem liegt hier leider eine Menge Schnee, weshalb die meisten Wege nicht begehbar waren....wir wanderten 5 Stunden und davon vermutlich 2 nur damit wir zurück auf den Hauptweg kamen.
Der erste Weg für den wir uns entschieden ähnelte einem deutschen Schleichweg durchs Gebüsch...wir folgten ihm für eine halbe Stunde, immer den Berg hoch, immer in Richtung unseres Ziels...
am Ende mussten wir umkehren, weil der Weg unter all dem Schnee nicht mehr zu sehen war und der bis zu 60 cm tiefe Schnee kaum passierbar war. Danach folgten wir dem Hauptweg, dem einzigen der auf der Karte war um einen anderen Weg zu finden, welcher aber nur auf der Karte existierte... also beschlossen wir, es sei das Beste den nächsten Weg nach Hause zu nehmen...dummerweise entschieden wir uns nicht für den Weg auf dem wir gekommen waren sondern für den kürzesten auf der Karte verzeichneten Weg....er führte uns den Hauptweg entlang bis hin zu einer kleinen Ansammlung von Häusern..von da führte er uns in den Wald hinein und an frei laufenden Hunden vorbei die sich einen Spaß daraus machten uns anzubellen und für 10 Minuten zu verfolgen...danach hatten wir die Wahl entweder dem einen Weg zu folgen oder dem anderen, wobei einer ein Rundweg war und der andere in die „richtige Richtung“ zu weisen schien.... wir entschieden uns für die „richtige Richtung“ (hier soll angemerkt werden, dass es sich um die Richtung handelte, die auf der Karte angegeben war)..aus dem Weg wurden Fußspuren im Schnee, diesen folgten wir für fast eine Stunde, sie wurden immer weniger bis wir am Ende einer einzigen Fußspur folgten die uns mitten ins Nichts führte...
einem Geistesblitz gleich überfiel uns die Erkenntnis, dass es reichlich dumm ist einzelnen Fußspuren im Schnee ins Nichts zu folgen wenn man der Meinung ist auf einem Weg zur Zivilisation zu sein...also entschieden wir uns um zukehren... Als wir wieder auf dem Hauptweg
waren entschlossen wir uns ab jetzt nur noch sicher zum Ziel führende Wege einzuschlagen...ach ja diesmal verfolgten uns die Hunde nicht, sie beschränkten sich auf das Anbellen und Revier markieren... Nach einer gewissen Zeit kamen wir zu einem Weg der uns durch einen Park zurück zur Zivilisation bringen würde...
schlussendlich kamen wir nach fünf Stunden und einigen Minuten wieder in unserem Haus an...
ohne einen Berg bestiegen zu haben...ohne eine wunderbare Aussicht gehabt haben...aber mit einer lustigen Erinnerung, mit einem sinnvoll verbrachten Tag.Ach ja habe jetzt doch Hustenbonbons bei Bashes gefunden und Aspirin...interessant ist, dass die Inhaltsstoffe in Amerika nicht auf dem Produkt stehen müssen...ich vertraue einfach darauf, dass Bayer Produkte -auch wenn sie anders aussehen- immer noch Bayer Produkte sind...
Ansonsten gehe ich jetzt mal packen....irgendwann muss das ja erledigt werden... erstes Projekt...7 Tage lang...ich bin ein wenig aufgeregt...aber die gute Nachricht ist, dass für jeden Tag Regen angesagt ist und es noch dazu schön kalt wird...
Dienstag, 20. Januar 2009
Wir sind nicht bloß ein Haufen Hippies....
also das für Mittwoch, ergo Morgen angesagte Projekt ist verschoben worden auf Donnerstag, vielleicht wird es sogar ganz gestrichen. (Ich habe fast eine Minute gebraucht um in meinem Kopf die Übersetzung für „cancel“ zu finden) Es ist außerdem noch nicht klar, wer Supervisor des Projekts ist, wir wissen noch nicht ob wir Campen werden oder ob wir wie die anderen Volunteers, die seit heute auf einem Projekt sind, jeden Abend heim fahren werden um in den Häusern zu schlafen. Ach ja uns wurde erst heute Abend mitgeteilt, dass das Projekt verlegt wurde..natürlich nachdem 80% der Leute ihre Sachen schon gepackt hatten...mich eingeschlossen.
-Es passt hier zwar nicht hin aber natürlich kommen die Japaner aus Tokio und nicht aus Hongkong...naja Erdkunde wurde nicht grundlos abgewählt-
Aber immerhin hatten wir heute endlich unser Sicherheitsgespräch und wie erwartet war es unfassbar....langweilig! Da ich mich gestern Abend irgendwie nicht so müde fühlte hatte ich mir dummerweise die Sicherheitsvorschriften schon angesehen, was nicht dazu beigetragen hat, dass das Gespräch spannender wurde. Uns wurde zum tausendsten Mal erklärt, dass wir viel trinken müssen weil wir ansonsten dehydrieren würden...außerdem wurden wir darauf hingewiesen keine Kakteen zu umarmen...
Richtig lustig wurde es bei den Spinnen...in den Gebieten in denen wir arbeiten werden -oder zumindest habe ich immer noch die Hoffnung, dass wir irgendwann mal arbeiten- gibt es zwei „gefährliche“ Spinnen. Die eine „Black Widow Spider“ (oder so ähnlich..ich bin jetzt zu faul genau nachzusehen) hat ein Nervengift..der bis sieht nicht so schlimm aus..das Nervengift bringt dich nicht um aber es setzt sich für einige Tage außer Gefecht (Zitteranfälle etc.) und einen braune Spinne, deren Namen ich komplett vergessen habe, besitzt ein Gift, welches das Fleisch angreift...das Foto von dem Biss war wirklich ekelhaft und ich kann mir vorstellen, dass es sehr schmerzhaft ist. Nachdem ich die Bilder gesehen hatte, beschloss ich mich nicht von einer Spinne beißen zu lassen. Danach kamen die Schlangen auch da gibt es zwei giftige Typen, beide wirklich hübsch und beide nicht tödlich....ach von ihnen werde ich mich, bis auf die Fotos sollte ich eine sehen, fernhalten. Am genialsten waren die letzten Anweisungen...sie betrafen Pumas und Braunbären. Die Sicherheitsanweisungen für diese beiden Tiere lautet: Renne niemals weg oder drehe ihnen den Rücken zu, sei so groß (Jacke ausbreiten zB) und laut (schreien) wie möglich, werfe mit Steinen oder Stöcken auf ihn/sie (wie mache ich mich groß und hebe gleichzeitig einen Stein auf?) und mein persönlicher Lieblingstipp: „If he decides, that you are food and he attacks, fight back.“ Kurze Angabe zu einem Bergpuma: Gewicht zwischen 65-90 Kilogramm...hauptsächlich Muskeln...das wird ein spannender Kampf...aber sie sind unglaublich hübsch, dass heißt sollte ich einen treffen und dieser beschließen mich zu essen so werde ich zumindest von einem wunderschönen Tier gegessen... ansonsten gab es natürlich noch mehr langweiligen Stoff, schließlich waren 3 Stunde zu füllen. Wir wurden vor dem Moonsum gewarnt, vor Blitze (erstaunlich man soll nicht mit langen Metallstangen auf Bergen spielen...), nochmal vor der Hitze, davor in Seen zu springen ohne zu testen wie tief sie sind und davor nach Mexiko zu gehen. Als wir endlich entlassen wurden und ich innerlich drei Kreuze machte, erwartete uns die nächste Überraschung: John, 50 aus NY, war bereit uns Einweisungen zum Umgang mit der Natur zu geben. John war Feuerwehrmann, Ranger, Förster und noch ein paar andere Dinge bevor er zu ACE kam. Er erklärte uns wo wir in der Wildniss aufs Klo zu gehen hatten, dass wir keine Lagerfeuer machen sollten wo wir keine brauchen und so weiter...eigentlich sprach er hauptsächlich von seinen eigenen Erfahrungen und Einstellungen. Wobei er ein super netter und unglaublich lockerer Typ zu sein scheint.
Von dort aus sind ich und Johan zusammen zum Supermarkt gelaufen und haben uns etwas zum Kochen gekauft...es schmeckte im Endeffekt...langweilig...Ich vermisse das Essen Zuhause!
Den Rest des Tages habe ich damit verbracht die anderen Volunteers kennen zu lernen und ein bisschen zu turnen. Abends kam dann Matt und es scheint so als würde er langsam warm mit den neuen Volunteers...er war fast 2 Stunden hier unten und hat sich mit uns unterhalten...er ist genau so freundlich wie jedes andere ACE Mitglied...aber auch ihn nervt die Unorganisiertheit, wobei er behauptet es sei Primär so unorganisiert weil das Jahr erst begonnen habe und die Projekte erst noch besorgt werden müssten..naja ich bin ja lange genug hier um das heraus zu finden...
Meine Erkältung wird weder besser noch schlechter aber sie sorgt wenigstens dafür, dass ich eine Menge trinke..irgendwas zwischen 5-7 Liter am Tag...davon mindestens ¾ Tee....und ich hasse Tee...aber naja was tut man nicht alles...deshalb sehe ich auch das Verschieben des Projektes genau wie eigentlich alles andere seitdem ich hier bin positiv, denn so habe ich einen weiteren Tag an dem ich mich erholen kann um dann voller Energie in die Projekte zu starten.
Irgendwie ist es herrlich hier...die Gemeinschaft ist super...die Freundlichkeit der Amerikaner scheint ansteckend zu sein allerdings ohne diese Oberflächlichkeit...
-Nachtrag: Das französische Mädchen heißt Caroline-
-Nachtrag 2: Habe mich heute mit Andi unterhalten, einem Österreicher und ein unglaublich netter Kerl, das Gespräch begann mit dem Satz „Es ist nicht leicht eine Freundin in ACE zu haben.“ und da ich irgendwie schnell schalte in letzter Zeit...(ich versuche bescheiden zu sein..ich weiß natürlich, dass ich bei so was immer schnell schalte) wusste ich natürlich das Helene, die Belgierin aus meinen Haus, seine Freundin war. Anscheinend seit dem Ende des ersten Projekts, nachdem beide einen Mitternachtsspaziergang gemacht haben....so läuft das also hier...ist ja wie zu hause...-
Montag, 19. Januar 2009
Die Rückkehr der Roadtripper
Gerade habe ich das Abendessen beendet und beschlossen ein wenig über den heutigen Tag zu berichten. Um 3 pm sollten wir beim Büro sein...wir waren pünktlich und wurden wieder weg geschickt, weil das für 10 am angesetzte Staff Meeting länger dauern würde...jetzt müssen wir morgen um 10 am wieder kommen....wie mir durch andere Volunteers berichtet wurde ist das Gespräch unglaublich langweilig. -Habe gerade wiederholt die Feststellung gemacht, dass mir die Englischen Wörter vor den Deutschen Wörtern einfallen und ich für die Deutschen wörter richtig überlegen muss. Außerdem fällt mir auf, dass ich Deutsch und Englisch konsequent groß schreibe, wie das eigentlich nur im Englischen so konsequent durchgezogen wird.-
Die bisherigen organisatorischen Leistungen von ACE widersprechen der gestrigen Behauptung von Matt, welcher sagte, dass der Hauptgrund dafür, dass sie in den besten Nationalpark Amerikas arbeiten, sei das sie keine Gruppe von unorganisierten Hippies wären. -Ähmm ja....-
Eine lustige Begebenheit von gestern habe ich noch vergessen zu erzählen, ich werde sie jetzt mal nach reichen. Als Chris Backer kam um uns zu begrüßen mussten wir uns zum insgesamt dritten Mal an diesem Tage vorstellen...auf die Frage wie alt er sei erzählte er uns, dass er es nicht wüsste weil sein Führerschein und sein Pass das Geburtsjahr 71 angeben...seine Geburtsurkunde gibt das Jahr 70 an und als er seine Eltern fragte, sagten diese, dass sie genau wüssten dass er 71 geboren sei. Auf die Frage, woher sie es so genau wüssten wo es doch so lange her ist sagten die Beiden, dass sie sich erinnern würden weil es ein Wahljahr war. Wahljahre waren jedoch 68 und 72. Nur so als kleine Anekdote zwischendurch.
Heute war die Ankunft der bisherigen Volunteers, die bereits seit 2 Wochen im ACE Haus lebten und von einem Road Trip zurück kommen würden. In dem gleichen Haus wie ich leben davon Peter, 29 aus Deutschland, Helene, 18 aus Belgien und (hier einen französischen Namen einfügen, den ich vergessen habe), 23 aus Frankreich und Irgendwas Ho aus Japan, wie alt dieser ist habe ich noch nicht herausgefunden. Peter hat Wirtschaft studiert, ist fertig und wollte jetzt was neues erleben. Er ist sehr nett aber scheint ein wenig langsam zu sein....und er hat einen furchtbaren Dialekt, nicht so schlimm wie der von Rica (der Japanerin deren Name wie Reis klingt...).
Mit ho hatte ich bisher nicht viel zu tun, er war nur kurz da um was zu essen und ist ansonsten an seinem Laptop in seinem Zimmer. Helene ist super freundlich und das erste wirklich hübsche Mädchen hier, richtig süß. (Hier den gleichen Französischen Namen einfügen wie vorher) ist ebenfalls extrem hübsch und freundlich...solltet ihr euch jetzt fragen „Hey warum erwähnt er das hübsch?“...Ich bin ein Mann und hier muss das definitiv erwähnt werden ;).
Außerdem habe ich heute zwei weitere Deutsche kennen gelernt und einen Österreicher, alle drei super freundlich und witzig. Alle ungefähr in meinem Alter, der Österreicher ist glaube ich 3 Jahre älter. Sie alle waren mit 6 anderen Volunteers auf einem Roadtrip...oder Trinktrip und haben super Bilder und lustige Geschichten mitgebracht. Jetzt kommt endlich leben in das Haus. Ein unglaublich lustiger und gesprächiger Tag liegt hinter mir. Gekocht habe ich wieder mit Johan zusammen, welcher sich mittlerweile mehr öffnet und ein richtig netter Kerl zu sein scheint. Das einzige was sich bislang negativ entwickelt ist meine Erkältung. Ich habe durchgehend Halsschmerzen und trinke zwischen 4-6 Tassen Tee in der Stunde, was auch dazu führt, dass ich alle 30 Minuten auf Klo rennen...irgendwie hilft es nicht. Habe mir jetzt von Ilke Aspirin geben lassen und zwei Fünfhunderter geschluckt. Jetzt habe ich noch eine Packung Japanische Aspirin von Rica und traue mich nicht sie zu nehmen...nein Spaß ich nehme sie vor dem Schlafen.
Achja ehe ich es vergesse habe mich heute auf dem Rückweg vom Büro zum Haus mit Rica über Religionen in Japan und Europa unterhalten. Es ist definitiv eine Herausforderung in einer Fremdsprache die beide Gesprächsteilnehmer nicht perfekt beherrschen eine Diskussion über Religionen zu führen aber ich war überrascht was alles möglich ist. Ich weiß jetzt definitiv mehr über Japanische Religiosität...möglicherweise werde ich das meiste wieder vergessen aber mal sehen. - Habe versucht mein Glaubensprinzip mit dem Bild aus Dogma zu beschrieben (Kleines Glas->Leicht zu Füllen, Großes Glas->Schwerer zu füllen) glaube das hat sogar funktioniert. Habe übrigens festgestellt, dass mein Englisch zusammen mit dem der Beiden anderen Deutschen aus dem Nachbarhaus das beste zu sein scheint, zumindest was die Aussprache angeht.
Was ich jetzt aber weiß ist, dass es am Mittwoch zum ersten Projekt in den Sedon National Park geht und wir dort Trails bauen werden. Die Temperaturen liegen dort zwischen 2 Grad in der Nacht und 20 am Tag und es ist direkt ein 8 tägiges Projekt...ich glaube Fotos von ähnlichen Arbeiten gibt es auf der ACE Homepage (www.usaconservation.com)
Mir fällt auf, dass viel zu viel passiert um alles zu schildern. Achja..die Deutschen sind aus Hamburg und Karsruhe. Die Japaner alle aus Honkong.
Montag morgen


Montag morgen 9:02,
gerade bin ich nach einer unruhigen Nacht erwacht, meine Erkältung wird immer schlimmer, weshalb ich mich heute schonen werde und außer einer Packung Tee zu kaufen nichts anstrengendes machen werde. Aber bevor ich loslaufe will ich erstmal von dem gestrigen Tag erzählen. Alles begann um 8 Uhr morgens einer für meinen Geschmack recht unchristlichen Zeit. Der Wecker meines Zimmergenossen Johan aus Belgien klingelte und wir erhoben uns langsam um dann nacheinander zu duschen. Wie so oft, wenn man mit mehr als 6 Leuten in einem Haus wohnt klappte das natürlich nicht, weshalb ich mich darauf beschränkte mich im zweiten Bad zu waschen.
Um Punkt halb Zehn waren alle bereit für das Meeting mit dem Housesupervisor und somit des ersten offiziellen Treffens mit ACE. Mittlerweile war auch Hero aus Japan und Lio aus Belgien, die im Nachbarhaus wohnen eingetroffen. Außerdem war am Morgen eine Japanerin in unser Haus gezogen, deren Name irgendwie wie Reis klang und welchen ich vergessen habe. Um 9.45 erschien dann Clarissa unser Haussupervisor, setzte Tee auf und setzte sich dann vor die Runde auf den Boden. Die erklärte uns die Hausregeln, die jeder schon gelesen hatte und die Gründe für diese. Besonders betonte sie das Verbot von Alkohol jeglicher Form in und um die ACE-Häuser.
Zwischen ihren Ausführungen stand sie auf, ging zum Herd und goss ihren Tee auf ohne dabei aufzuhören zu sprechen. Sie wirkt ungemein freundlich, kommt aus Kalifornien und war, genau wie wir und jeder Supervisor vorher, einmal Volunteer gewesen. Um 10.00 waren wir pünktlich mit der Hausbesprechung fertig und bereit uns von Kazuko abholen zu lassen, da für 10.00 das erste ACE-Treffen angesagt war. Um 10.10 ging es dann wirklich los...Alle 6 neuen Volunteers ab in den Van und los zum ACE-Büro, von dort liefen wir zum Juni-Haus, dem Haus in dem normalerweise die Einweisungen stattfanden und welches im Moment nur von Supervisorns bewohnt wurde, da kaum Praktikanten da sind. Nachdem wir uns kurz in diesem für ACE Maßstäbe unglaublich verdreckten Haus befunden hatten wurden wir gebeten zurück ins Büro zu laufen...hatten aber mittlerweile unsere ACE-T-Shirts und Pullis bekommen. Im Büro angekommen begrüßte uns Matt, der Organisator der Projekte und erklärte uns die Arbeitsteilung zwischen ihm und Kazuko, welche eigentlich recht einfach ist..er beschäftigt sich ausschließlich mit Projekten und Kazuko mit dem ganzen Rest. Nach einer ungefähr 2 stündigen Rede über unterschiedliche ACE Regeln und über die Projekte, deren Inhalt man komplett aus dem kleinen ACE-Heft, dass jeder Volunteer bekommen und zu lesen hatte, entnehmen konnte gab es dann Pizza. Matt erläuterte uns dann alles was wir für die Projekte brauchen würden und erklärte uns das „Common“-System von Ace. Ein in meinen Augen für eine solch große Organisation geniales System. Es beginnt mit dem Essen...wenn du Essen kaufst schreibst du deinen Namen darauf, steht kein Namen auf dem Essen so gilt es als „Common“ als für jedermann zu haben. Wenn du ACE verlässt, sollst du „Common“ auf all dein Essen schreiben, so dass jeder weiß: Das kann ich essen. Ein ähnliches System gibt es bei der Ausrüstung. Volunteers die ihre Ausrüstung teilweise nicht mitnehmen wollen, aus den unterschiedlichsten Gründen, lassen sie einfach da und sie gelten als „Common“. Diesem Umstand verdanke ich 2 Isomatten, eine Army-Arbeitshose und einen zweiten Schlafsack für kalte Nächte.
Außerdem erhält jeder Volunteer sein eigenes Zelt, welches er zu hegen und zu pflegen hat und welches er am Ende seiner ACE-Zeit wieder im Büro abzugeben hat.
Danach ging es mit dem Van weiter in Richtung City, wo wir die unterschiedlichen Läden gezeigt bekamen, größtenteils Klettergeschäfte....allerdings auch einige Klamottenläden mit angeboten wie „1 Shirt, 1 Dollar“ wo ich mich vor meiner Heimreise eindecken werde...um Gepäck zu sparen trage ich natürlich dann 9 T-Shirts übereinander... danach ging es zu Wal-Mart wo ich mir 2 Bananas kaufte (das sind diese grausam hässlichen aber praktischen Stoffquadrate die mal als Kopftuch so in waren und in den meisten Filmen, wenn sie rosa sind und um den Hals getragen werden, einen schwulen direkt outen) und einfach nicht an einer gigantischen Packung „Skittels“ (das sind Smarties mit Gummibärchen drin) vorbei gehen konnte. Dazu kamen Babytücher und Handschuhe...sicher fragt ihr euch jetzt: Wieso Babytücher?...Tja das haben wir uns auch gefragt, wobei die Antwort auf der Hand liegt...die Babytücher sind die einzige Möglichkeit sich in der Wüste zu waschen ohne dabei Wasser zu verbrauchen...
Als ich an der Kasse von Wal Mart stand lief von hinten Reis, ich werde sie bis ich ihren echten Namen kenne einfach so nennen, auf mich zu und fragte ob ich wisse wo das Auto steht..ich bejahte...so gingen wir als erste zum Auto und mussten dort warten.
Ich erfuhr, dass Reis 2 Wochen lang in Deutschland, in der nähe von Freiburg war bevor sie nach Flagstaff flog, das sie 27 Jahre alt ist und in Japan als Krankenschwester gearbeitet hat.
Nachdem wir bei Wal-Mart waren ging es wieder zurück ins Cedar Haus...dort wurde nur kurz ausgeladen und dann ging es direkt nochmal zu Bashes dem nächstgelegenen Supermarkt...dort beschlossen Johan, Imke und ich spontan gemeinsam zu kochen...aus Einfallslosigkeit ergab sich das Gericht: Spaghetti, fertig Tomatensoße, Hackfleisch und Zwiebeln...es schmeckte ganz okay....wobei nicht wirklich prickelnd.
Als wir wieder in unser Haus zurück kamen dämmerte es schon. Wir begannen zu kochen und zu essen und dann versuchten wir ein Spiel auf die Reihe zu bekommen....das Imke jedoch lieber Mails schreib kam keins zu stande...irgendwann, recht früh verschwanden dann alle in ihre Zimmer und da auch ich erstaunlich müde war folgte ich ihnen.
Die Treppe hoch

in den ersten Stock

und ins Schlafzimmer..

Im Rückblick kann ich bloß sagen, dass Matt ein unglaublich netter Kerl ist, Clarissa zwar zersträut aber auch sehr nett ist, der andere Matt der in unserm Haus Assistents-Supervisor ist ist immernoch unfreundlich und kurz angebunden und ich genieße meine Zeit hier wirklich...im Gegensatz zu Imke, welche sich die ganze Zeit über die mangelnde Unterhaltung beschwert.

Heute Morgen bestätigten sich, als ich gegen halb 9 das „Wohnzimmer“
betrat meine Feststellungen..Matt, der einzige der sonst noch unten war, war wieder kurz angebunden und stumm...ich machte mir Frühstück und während ich aß kam Clarissa herunter, grüßte freundlich, machte sich etwas zu essen und verschwand wieder....heute war, wie ich auf der Webside nachlesen konnte Staff-Meeting....Während ich mir gerade einen Tee aufsetzte betrat Chris, der Supervisor der vorher in dem haus gelebt hat, den Raum grüßte freundlich und fragte wo Matt ab geblieben sei. Das erstaunlichste ist, dass alle Supervisor ein erstaunlich gutes Namensgedächtnis haben, da ich mich ihm vor 3 Tagen kurz vorgestellt habe und er meinen Namen immer noch kannte...
Achja bevor ich vergesse es zu erzählen...wir haben Gestern kurz Chris Backer getroffen, den Chef der ganzen ACE Truppe, ist ein netter Amerikaner ende 30 schätze ich mal, der obwohl er freundlich ist im Vergleich zu Kazuko und Matt undfreundlich wirkt...schon verrückt..gemessen an europäischen Verhältnissen würde ich sagen, er ist ein super sympathischer Kerl doch gemessen an der unglaublichen -wenn auch oberflächlichen- freundlichkeit der Amerikaner, ist er unsympathisch.
Achja mein erstes Projekt beginnt am Mittwoch, bis dahin habe ich frei...mal sehen wohin es geht..
Samstag, 17. Januar 2009
Latenight Post


Noch später am Tag
Jetzt haben wir 22:34 und das ganze Haus schläft...das ganze Haus? Nein irgendwo im Gemeinschaftsraum sitzt ein kleiner Deutscher und tippt diesen Text (und irgendwo in Flagstaff betrinkt sich der neue Supervisor mit seinem Kollegen)...belagert von den Bastionen der Müdigkeit versucht er seit Stunden wach zu bleiben...NOOOOOT!
Was ist denn hier los? Bis um viertel nach 9 waren alle wach und dann brach auf einmal die große „Schlafenszeitwelle“ aus. Wie früher nach Sendeschluss des Sandmännchens verschwanden sie alle nacheinander in ihren Räumen und gehörten seit dem der Vergangenheit des Abends an. Die letzte Bastion gegen die Einsamkeit, die Praktikantin die uns am Montag verlassen wird, ging um 22 Uhr.
Ich musste feststellen, dass es durchaus einen Vorteil hat nicht nachtragend zu sein. Die neue Praktikanten die heute ankamen sind freundlich, wenn auch nicht so freundlich wie die Amerikaner und auch die Praktikantin die vorhin noch so unsympathisch erschien ist mittlerweile richtig nett und gesprächig...ich danke Jon Lajoile für das Brechen des Eises.


Dummerweise stellte sich heute heraus, dass eine der neuen und einer der alten Praktikanten ebenfalls Deutsche sind. Meine anfänglichen Versuche dennoch englisch mit ihnen zu sprechen scheiterten fürchterlich. So hatte ich, zu ihrem Glück und meinem Unbehagen mit ihr Deutsch zu sprechen solange wir alleine waren. Fröhlich über die Ankunft von Johan, einem 19 Jahre altem Schweden schaltete ich mein Gehirn wieder auf Englisch um und weigerte mich fortan mit ihr Deutsch zu sprechen. Johan ist ein, dass kann ich bereits nach dem ersten Tag sagen, tagebuchschreibender, verschlossener und schüchterner aber freundlicher Typ. Wobei das „tagebuchschreibender“ keinesfalls negativ zu bewerten ist, schließlich tue ich mit diesem Blog ja das Selbe...wie dem auch sei mein Tag war wirklich klasse und ich habe jede Minute des wolkenfreien Himmels genossen...wobei es gegen Abend nun wirklich kalt wird....
Mal sehen was uns der neue Tag bringen wird.
Erste Eindrücke


Gleicher Tag, einige Stunden später:
Gerade bin ich von meiner Exkursion nach Flagstaff siegreich heimgekehrt. 6 Flaschen Pepsi, Brot das wenigstens ein kleines Bisschen gesund aussieht, Fleischwurst bei der ich bewusst nicht auf die Inhaltsstoffe gesehen habe, eine Zahnbürste und Zahnpasta wurden erbeutet. Außerdem habe ich die ersten Bilder gemacht...Amerika..bzw Flagstaff ist eine wunderschöne Kleinstadt die eigentlich alles zu bieten hat was das Herz begehrt, wobei die in Flagstaff aufwachsende Jugend da vermutlich anderer Meinung ist. Durch Zufall ergaben sich zwei Situationen in denen ich mit Amerikanern ins Gespräch kam. Einer davon, der gerade seinen kranken Vater im Krankenhaus besuchen wollte und kurz für mich Zeit fand und einen Nawacho, mein erstes Gespräch mit einem wirklichen Amerikaner, einem der diese Bezeichnung nicht erst seit 400 Jahren verdient. Dieser lebt in dem nahegelegenden Reservat an einem großen berühmtem See, dessen Namen ich vergessen habe. Er erfüllt so ziemlich alle Klischees einer unterdrückten Minderheit. Aufgewachsen im Reservat, dann dort auf eine schlechte Schule gegangen, diese Abgebrochen und jetzt auf Jobsuche, seit 2 Jahren. Beide Gespräche verdeutlichten mir zum einen, dass die Amerikaner ein wirklich nettes, wenn auch oberflächliches Volk sind und dass ich hier definitiv meinen Spaß haben werde.

Wieder in einem Haus angekommen traf ich auf meinen Supervisor und eine weitere Mitpraktikantin. Meine Befürchtungen vom Vorabend, als ich die erste Praktikantin traf bestätigten sich. Die Freundlichkeit beschränkte sich anscheinend auf „echte Amerikaner“ und war noch nicht bis in die ACE Häuser vorgedrungen. Der Supervisor, ein Mann Mitte 30, scheint zwar nett aber ist sehr verschlossen weshalb es bei einer kurzen Begrüßung mit angeschlossener Vorstellung blieb. Dadurch fast ein wenig frustriert machte ich mich ans Essen. Das Brot schmeckte nach dem billigsten in Deutschland zu bekommenden Brot und den Geschmack der Wurst habe ich glücklicherweise schon wieder vergessen. Ich hatte schon innerlich den Beschluss gefasst, dass ich dann eben einfach mit Amerikanern, die nicht zu ACE gehören meinen Spaß haben würde als Matt das Haus betrat. Matt ist ein etwa 22 jähriger Praktikant und der erste, der Zeit gefunden hat um wenigstens ein paar belanglose Witze mit mir zu machen und sich über die rustikale Einrichtung zu amüsieren. Das gibt wieder Hoffnung, zudem ja auch Kazuko richtig sympathisch war und die eine Praktikantin ohnehin heute ihren letzten Tag hat. Ansonsten empfand ich es im ersten Moment ein wenig enttäuschend den Gemeinschaftsraum zu betreten und alle Anwesenden stumm vorzufinden. Fast unangenehm war mir das für diese Stille viel zu laut scheinende Essen gewesen. Im Rückblick lässt sich allerdings sagen, dass es nur natürlich ist, dass sich hier jeder seinem Zeug widmet, wenn man bereits ein halbes Jahr gemeinsam verbracht hat.
Als ich den letzten Teil schrieb, saß ich im Übrigen auf dem Balkon, der an die Küche grenzt in der Sonne, bei gemütlichen 15-18 Grad und genieße die Aussicht auf das dennoch mit Schnee und Eis bedeckte Flagstaff.

Noch später am Tag....
Ich weiß jetzt warum ich so lange kein Fahrrad mehr gefahren bin...es ist langweilig, anstrengend und dauert zu lange...dummerweise hatte ich keine Wahl...immerhin kann ich jetzt sagen: Ich bin die Route 66 fast 6 Meilen entlang gedüst...klar auf dem Fahrrad...natürlich knapp daneben auf einem Fahrradweg aber hey, wer fragt schon nach dem wie....
Habe übrigens folgende Feststellung gemacht: Ich denke bereits seit gestern in Englisch, was zum einen dazu führt, dass mir es schwer fällt Deutsch zu schreiben und zum anderen, dass ich viel weniger denke...

Achja...mein Gepäck ist angekommen...mit nur einem Tag Verspätung...wie von Kazuko bereits prophezeit geht die Nachlieferung in Amerika viel schneller...
Wieso ich mit dem Fahrrad unterwegs war ist natürlich eine berechtigte, leicht zu beantwortende Frage: Ich brauchte einen Netzwerkstecker für meinen Laptop...jetzt wo es hier W-Lan im Haus gibt und ich so viel Freizeit habe ist das denke ich angebracht... auch beim Kaufen des Netzwerksteckers bestätigten sich meine bisherigen Erkenntnisse...der Verkäufer der mich ansprach, ob er mir helfen könne war ausgesprochen freundlich....da er nicht genau wusste, wo ich meinen Stecker finden kann fragte er einen Kollegen...dies führte im Endeffekt dazu, dass ich einer Karawane aus 4 Verkäufern folgte.... wie gesagt sie waren alle sehr hilfsbereit...am Ende hatte ich meinen Stecker und meinen Spaß...die Rückfahrt ging dann größtenteils bergab, weshalb sie auch erträglich war...der Wind hatte in der Zwischenzeit selbstverständlich gedreht, weshalb ich auch auf dem Rückweg Gegenwind hatte. Total ausgetrocknet kam ich hier an....nach einer halben Stunde verschnaufen, einem Liter Pepsi und einer erfrischenden Dusche geht es mir jetzt aber wieder gut.
Morgen früh um 9.45 Am ist das erste Meeting mit dem Housesupervisor, danach um 10.00 ist das Meeting mit dem ACE Supervisor und dann geht es endlich richtig los...
Es hatte alles so gut angefangen
Mittlerweile ist es Samstag und ich sitze in Haus B der ACE. Glücklicherweise habe ich hier W-Lan Zugang. Bisher habe ich auch nur eine andere Praktikantin getroffen, die allerdings heute abreist und Kazuko, die Leiterin eine kleine sympathische Koreanerin. Heute kommen drei weitere Praktikanten für unser Haus an, 2 Mädchen und ein Junge aus Deutschland...wir werden sehen, wie ich mit denen zurecht komme. Bislang mag ich alle Amerikaner und Amerikanerinnen die ich getroffen habe. Jetzt aber zuerst zurück zu gestern Abend. Das Shuttle wartete außerhalb des Airports und wie ich schnell feststellte war ich der einzige Fahrgast...dadurch hatte ich Gelegenheit mich mit dem Fahrer zu unterhalten, einem aus Flagstaff stammenden 40 jährigen Amerikaner. So erfuhr ich, dass noch bis vor kurze Zeit über 2 Meter Schnee gelegen hatte und dass Flagstaff eine 55.000 Einwohner Stadt ist. Da momentan jedoch gerade die Universität wieder angefangen hat sind nun 250.000 Studenten und Studentinnen hier...
Langsam vielen mir nach der erschöpfenden Reise die Augen zu...als ich erwachte waren wir noch 6 Meilen von Flagstaff entfernt....der erste Eindruck bei Befahren der Stadt war „WOW“. Eine typische, wunderschöne amerikanische Kleinstadt. Kazuko holte mich am Bahnhof ab und brachte mich zu dem Haus in dem ich jetzt sitze. Amüsiert über die vielen Regeln und die altmodische Einrichtung werde ich mich jetzt gleich auf den Weg machen. Achja..ich schlafe in einem von 2 4 Mann Zimmern. Es sind, wenn das Haus voll ist, 4 Mädchen und 4 Jungs darin untergebracht. Außerdem wohnt ein Supervisor mit im Haus...na dann kann das Abenteuer ja jetzt losgehen.

