Montag, 19. Januar 2009

Montag morgen



Montag morgen 9:02,
gerade bin ich nach einer unruhigen Nacht erwacht, meine Erkältung wird immer schlimmer, weshalb ich mich heute schonen werde und außer einer Packung Tee zu kaufen nichts anstrengendes machen werde. Aber bevor ich loslaufe will ich erstmal von dem gestrigen Tag erzählen. Alles begann um 8 Uhr morgens einer für meinen Geschmack recht unchristlichen Zeit. Der Wecker meines Zimmergenossen Johan aus Belgien klingelte und wir erhoben uns langsam um dann nacheinander zu duschen. Wie so oft, wenn man mit mehr als 6 Leuten in einem Haus wohnt klappte das natürlich nicht, weshalb ich mich darauf beschränkte mich im zweiten Bad zu waschen.
Um Punkt halb Zehn waren alle bereit für das Meeting mit dem Housesupervisor und somit des ersten offiziellen Treffens mit ACE. Mittlerweile war auch Hero aus Japan und Lio aus Belgien, die im Nachbarhaus wohnen eingetroffen. Außerdem war am Morgen eine Japanerin in unser Haus gezogen, deren Name irgendwie wie Reis klang und welchen ich vergessen habe. Um 9.45 erschien dann Clarissa unser Haussupervisor, setzte Tee auf und setzte sich dann vor die Runde auf den Boden. Die erklärte uns die Hausregeln, die jeder schon gelesen hatte und die Gründe für diese. Besonders betonte sie das Verbot von Alkohol jeglicher Form in und um die ACE-Häuser.
Zwischen ihren Ausführungen stand sie auf, ging zum Herd und goss ihren Tee auf ohne dabei aufzuhören zu sprechen. Sie wirkt ungemein freundlich, kommt aus Kalifornien und war, genau wie wir und jeder Supervisor vorher, einmal Volunteer gewesen. Um 10.00 waren wir pünktlich mit der Hausbesprechung fertig und bereit uns von Kazuko abholen zu lassen, da für 10.00 das erste ACE-Treffen angesagt war. Um 10.10 ging es dann wirklich los...Alle 6 neuen Volunteers ab in den Van und los zum ACE-Büro, von dort liefen wir zum Juni-Haus, dem Haus in dem normalerweise die Einweisungen stattfanden und welches im Moment nur von Supervisorns bewohnt wurde, da kaum Praktikanten da sind. Nachdem wir uns kurz in diesem für ACE Maßstäbe unglaublich verdreckten Haus befunden hatten wurden wir gebeten zurück ins Büro zu laufen...hatten aber mittlerweile unsere ACE-T-Shirts und Pullis bekommen. Im Büro angekommen begrüßte uns Matt, der Organisator der Projekte und erklärte uns die Arbeitsteilung zwischen ihm und Kazuko, welche eigentlich recht einfach ist..er beschäftigt sich ausschließlich mit Projekten und Kazuko mit dem ganzen Rest. Nach einer ungefähr 2 stündigen Rede über unterschiedliche ACE Regeln und über die Projekte, deren Inhalt man komplett aus dem kleinen ACE-Heft, dass jeder Volunteer bekommen und zu lesen hatte, entnehmen konnte gab es dann Pizza. Matt erläuterte uns dann alles was wir für die Projekte brauchen würden und erklärte uns das „Common“-System von Ace. Ein in meinen Augen für eine solch große Organisation geniales System. Es beginnt mit dem Essen...wenn du Essen kaufst schreibst du deinen Namen darauf, steht kein Namen auf dem Essen so gilt es als „Common“ als für jedermann zu haben. Wenn du ACE verlässt, sollst du „Common“ auf all dein Essen schreiben, so dass jeder weiß: Das kann ich essen. Ein ähnliches System gibt es bei der Ausrüstung. Volunteers die ihre Ausrüstung teilweise nicht mitnehmen wollen, aus den unterschiedlichsten Gründen, lassen sie einfach da und sie gelten als „Common“. Diesem Umstand verdanke ich 2 Isomatten, eine Army-Arbeitshose und einen zweiten Schlafsack für kalte Nächte.
Außerdem erhält jeder Volunteer sein eigenes Zelt, welches er zu hegen und zu pflegen hat und welches er am Ende seiner ACE-Zeit wieder im Büro abzugeben hat.
Danach ging es mit dem Van weiter in Richtung City, wo wir die unterschiedlichen Läden gezeigt bekamen, größtenteils Klettergeschäfte....allerdings auch einige Klamottenläden mit angeboten wie „1 Shirt, 1 Dollar“ wo ich mich vor meiner Heimreise eindecken werde...um Gepäck zu sparen trage ich natürlich dann 9 T-Shirts übereinander... danach ging es zu Wal-Mart wo ich mir 2 Bananas kaufte (das sind diese grausam hässlichen aber praktischen Stoffquadrate die mal als Kopftuch so in waren und in den meisten Filmen, wenn sie rosa sind und um den Hals getragen werden, einen schwulen direkt outen) und einfach nicht an einer gigantischen Packung „Skittels“ (das sind Smarties mit Gummibärchen drin) vorbei gehen konnte. Dazu kamen Babytücher und Handschuhe...sicher fragt ihr euch jetzt: Wieso Babytücher?...Tja das haben wir uns auch gefragt, wobei die Antwort auf der Hand liegt...die Babytücher sind die einzige Möglichkeit sich in der Wüste zu waschen ohne dabei Wasser zu verbrauchen...
Als ich an der Kasse von Wal Mart stand lief von hinten Reis, ich werde sie bis ich ihren echten Namen kenne einfach so nennen, auf mich zu und fragte ob ich wisse wo das Auto steht..ich bejahte...so gingen wir als erste zum Auto und mussten dort warten.
Ich erfuhr, dass Reis 2 Wochen lang in Deutschland, in der nähe von Freiburg war bevor sie nach Flagstaff flog, das sie 27 Jahre alt ist und in Japan als Krankenschwester gearbeitet hat.
Nachdem wir bei Wal-Mart waren ging es wieder zurück ins Cedar Haus...dort wurde nur kurz ausgeladen und dann ging es direkt nochmal zu Bashes dem nächstgelegenen Supermarkt...dort beschlossen Johan, Imke und ich spontan gemeinsam zu kochen...aus Einfallslosigkeit ergab sich das Gericht: Spaghetti, fertig Tomatensoße, Hackfleisch und Zwiebeln...es schmeckte ganz okay....wobei nicht wirklich prickelnd.
Als wir wieder in unser Haus zurück kamen dämmerte es schon. Wir begannen zu kochen und zu essen und dann versuchten wir ein Spiel auf die Reihe zu bekommen....das Imke jedoch lieber Mails schreib kam keins zu stande...irgendwann, recht früh verschwanden dann alle in ihre Zimmer und da auch ich erstaunlich müde war folgte ich ihnen.
Die Treppe hoch
in den ersten Stock
und ins Schlafzimmer..
Im Rückblick kann ich bloß sagen, dass Matt ein unglaublich netter Kerl ist, Clarissa zwar zersträut aber auch sehr nett ist, der andere Matt der in unserm Haus Assistents-Supervisor ist ist immernoch unfreundlich und kurz angebunden und ich genieße meine Zeit hier wirklich...im Gegensatz zu Imke, welche sich die ganze Zeit über die mangelnde Unterhaltung beschwert.

Heute Morgen bestätigten sich, als ich gegen halb 9 das „Wohnzimmer“
betrat meine Feststellungen..Matt, der einzige der sonst noch unten war, war wieder kurz angebunden und stumm...ich machte mir Frühstück und während ich aß kam Clarissa herunter, grüßte freundlich, machte sich etwas zu essen und verschwand wieder....heute war, wie ich auf der Webside nachlesen konnte Staff-Meeting....
Während ich mir gerade einen Tee aufsetzte betrat Chris, der Supervisor der vorher in dem haus gelebt hat, den Raum grüßte freundlich und fragte wo Matt ab geblieben sei. Das erstaunlichste ist, dass alle Supervisor ein erstaunlich gutes Namensgedächtnis haben, da ich mich ihm vor 3 Tagen kurz vorgestellt habe und er meinen Namen immer noch kannte...

Achja bevor ich vergesse es zu erzählen...wir haben Gestern kurz Chris Backer getroffen, den Chef der ganzen ACE Truppe, ist ein netter Amerikaner ende 30 schätze ich mal, der obwohl er freundlich ist im Vergleich zu Kazuko und Matt undfreundlich wirkt...schon verrückt..gemessen an europäischen Verhältnissen würde ich sagen, er ist ein super sympathischer Kerl doch gemessen an der unglaublichen -wenn auch oberflächlichen- freundlichkeit der Amerikaner, ist er unsympathisch.
Achja mein erstes Projekt beginnt am Mittwoch, bis dahin habe ich frei...mal sehen wohin es geht..

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen