Samstag, 17. Januar 2009

Erste Eindrücke


Gleicher Tag, einige Stunden später:
Gerade bin ich von meiner Exkursion nach Flagstaff siegreich heimgekehrt. 6 Flaschen Pepsi, Brot das wenigstens ein kleines Bisschen gesund aussieht, Fleischwurst bei der ich bewusst nicht auf die Inhaltsstoffe gesehen habe, eine Zahnbürste und Zahnpasta wurden erbeutet. Außerdem habe ich die ersten Bilder gemacht...Amerika..bzw Flagstaff ist eine wunderschöne Kleinstadt die eigentlich alles zu bieten hat was das Herz begehrt, wobei die in Flagstaff aufwachsende Jugend da vermutlich anderer Meinung ist. Durch Zufall ergaben sich zwei Situationen in denen ich mit Amerikanern ins Gespräch kam. Einer davon, der gerade seinen kranken Vater im Krankenhaus besuchen wollte und kurz für mich Zeit fand und einen Nawacho, mein erstes Gespräch mit einem wirklichen Amerikaner, einem der diese Bezeichnung nicht erst seit 400 Jahren verdient. Dieser lebt in dem nahegelegenden Reservat an einem großen berühmtem See, dessen Namen ich vergessen habe. Er erfüllt so ziemlich alle Klischees einer unterdrückten Minderheit. Aufgewachsen im Reservat, dann dort auf eine schlechte Schule gegangen, diese Abgebrochen und jetzt auf Jobsuche, seit 2 Jahren. Beide Gespräche verdeutlichten mir zum einen, dass die Amerikaner ein wirklich nettes, wenn auch oberflächliches Volk sind und dass ich hier definitiv meinen Spaß haben werde.
Wieder in einem Haus angekommen traf ich auf meinen Supervisor und eine weitere Mitpraktikantin. Meine Befürchtungen vom Vorabend, als ich die erste Praktikantin traf bestätigten sich. Die Freundlichkeit beschränkte sich anscheinend auf „echte Amerikaner“ und war noch nicht bis in die ACE Häuser vorgedrungen. Der Supervisor, ein Mann Mitte 30, scheint zwar nett aber ist sehr verschlossen weshalb es bei einer kurzen Begrüßung mit angeschlossener Vorstellung blieb. Dadurch fast ein wenig frustriert machte ich mich ans Essen. Das Brot schmeckte nach dem billigsten in Deutschland zu bekommenden Brot und den Geschmack der Wurst habe ich glücklicherweise schon wieder vergessen. Ich hatte schon innerlich den Beschluss gefasst, dass ich dann eben einfach mit Amerikanern, die nicht zu ACE gehören meinen Spaß haben würde als Matt das Haus betrat. Matt ist ein etwa 22 jähriger Praktikant und der erste, der Zeit gefunden hat um wenigstens ein paar belanglose Witze mit mir zu machen und sich über die rustikale Einrichtung zu amüsieren. Das gibt wieder Hoffnung, zudem ja auch Kazuko richtig sympathisch war und die eine Praktikantin ohnehin heute ihren letzten Tag hat. Ansonsten empfand ich es im ersten Moment ein wenig enttäuschend den Gemeinschaftsraum zu betreten und alle Anwesenden stumm vorzufinden. Fast unangenehm war mir das für diese Stille viel zu laut scheinende Essen gewesen. Im Rückblick lässt sich allerdings sagen, dass es nur natürlich ist, dass sich hier jeder seinem Zeug widmet, wenn man bereits ein halbes Jahr gemeinsam verbracht hat.
Als ich den letzten Teil schrieb, saß ich im Übrigen auf dem Balkon, der an die Küche grenzt in der Sonne, bei gemütlichen 15-18 Grad und genieße die Aussicht auf das dennoch mit Schnee und Eis bedeckte Flagstaff.

Noch später am Tag....
Ich weiß jetzt warum ich so lange kein Fahrrad mehr gefahren bin...es ist langweilig, anstrengend und dauert zu lange...dummerweise hatte ich keine Wahl...immerhin kann ich jetzt sagen: Ich bin die Route 66 fast 6 Meilen entlang gedüst...klar auf dem Fahrrad...natürlich knapp daneben auf einem Fahrradweg aber hey, wer fragt schon nach dem wie....
Habe übrigens folgende Feststellung gemacht: Ich denke bereits seit gestern in Englisch, was zum einen dazu führt, dass mir es schwer fällt Deutsch zu schreiben und zum anderen, dass ich viel weniger denke...
Achja...mein Gepäck ist angekommen...mit nur einem Tag Verspätung...wie von Kazuko bereits prophezeit geht die Nachlieferung in Amerika viel schneller...
Wieso ich mit dem Fahrrad unterwegs war ist natürlich eine berechtigte, leicht zu beantwortende Frage: Ich brauchte einen Netzwerkstecker für meinen Laptop...jetzt wo es hier W-Lan im Haus gibt und ich so viel Freizeit habe ist das denke ich angebracht... auch beim Kaufen des Netzwerksteckers bestätigten sich meine bisherigen Erkenntnisse...der Verkäufer der mich ansprach, ob er mir helfen könne war ausgesprochen freundlich....da er nicht genau wusste, wo ich meinen Stecker finden kann fragte er einen Kollegen...dies führte im Endeffekt dazu, dass ich einer Karawane aus 4 Verkäufern folgte.... wie gesagt sie waren alle sehr hilfsbereit...am Ende hatte ich meinen Stecker und meinen Spaß...die Rückfahrt ging dann größtenteils bergab, weshalb sie auch erträglich war...der Wind hatte in der Zwischenzeit selbstverständlich gedreht, weshalb ich auch auf dem Rückweg Gegenwind hatte. Total ausgetrocknet kam ich hier an....nach einer halben Stunde verschnaufen, einem Liter Pepsi und einer erfrischenden Dusche geht es mir jetzt aber wieder gut.
Morgen früh um 9.45 Am ist das erste Meeting mit dem Housesupervisor, danach um 10.00 ist das Meeting mit dem ACE Supervisor und dann geht es endlich richtig los...

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