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| Erstes Projekt |
Donnerstag 1/29/09
Das erste Projekt ist überlebt und ich habe eine Menge gelernt....hauptsächlich, dass ACE gar keine so schlechten Ratschläge gibt...ich dachte mir am Anfang, dass ich möglichst viel Geld sparen will für später aber nachdem ich die ersten Nächte wirklich gefroren haben, habe ich beschlossen, dass mir das Geld egal ist...ich brauche lange, warme Unterwäsche, einen zweiten, kleineren Rucksack und eine Kopflampe....
Der Grund, warum ich immer noch wach bin obwohl ich heute noch einen halben Tag arbeiten musste ist einfach: Wir haben eine Kaffeemaschine bekommen und ich habe Kaffee gekauft...heute ist der erste Tag an dem ich wieder leckeren Kaffee habe..ich liebe es!
Ich versuche jetzt mal alles was ich nicht vergessen habe zusammen zu fassen.
Alles begann am Donnerstag Morgen um fünf Uhr dreißig. Peters Wecker klingelte und ich stand auf...danach ging es raus in die Kälte..ich hasse Kälte und ich hasse es müde in die Kälte zu müssen aber darauf wurde keine Rücksicht genommen. Nach dem Laden des Vans, wollte ich in einen von beiden einsteigen aber mir wurde gesagt er sei voll und ich solle zum anderen gehen...also ging ich zum Anderen...der war aber auch voll...also lief ich zurück zum Ersten wo sich herausstellte, dass sich Matt nur verzählt hatte...die Folge war, dass ich den Arschlochplatz hatte mit einer Menge Beinfreiheit und einer halben Rückenlehne...
Den Hauptteil der Zeit, die wir fuhren habe ich....geschlafen...als wir in Sedona ankamen regnete es ein wenig, trotzdem stiegen fast alle aus...was daran liegt, dass ACE aus 90% Rauchern besteht...ich machte dort meine ersten Bilder....nach ungefähr einer Stunde kamen die Supervisor dann wieder aus der Rangerstation... wir fuhren zu unserem Campingplatz...die freundliche Überraschung..es gab eine Toilette... die schlechte war, dass wir zuerst zur Arbeit mussten und erst danach Zeit zum Zelte aufbauen haben würden...normal kein Problem..in meinem Fall aber schon, weil ich hatte nur einen Rucksack dabei in dem meine gesamte Kleidung für die 7 Tage und die Hygiene Produkte etc. gepackt waren...ich dachte eben wir würden die Zelte zuerst aufbauen...die Reihe der ungünstigen Zufälle setzte sich natürlich fort, denn die Arbeit an diesem Tag erforderte es, dass man eine weite Strecke wandert...am Ende war ich echt fertig, weil der Rucksack mich echt schaffte. Die Arbeit an diesem Tag bestand daraus, einen Trail für Mountianbiker und Wanderer besser begehbar zu machen indem wir Zweige und kleine Bäume die über den Weg hinaus gewachsen sind abschnitten und die abgeschnittenen Teile versteckten, weil eine der Hauptregeln unserer Arbeit ist „Hinterlasse keine Spuren“...die Arbeit war locker aber das Wandern war grausam anstrengend...es war am Ende ein guter erster Tag...danach ging es zurück zu unserem Campingplatz...(Nebenbei läuft gerade Amerikanisches Fernsehen und Helena und Caroline reden Französisch...das ist ziemlich verwirrend wenn man ohnehin schon alles im Kopf übersetzen muss...) dort bauten wir unsere Zelte auf und bereiteten das Abendessen zu...wie ich später feststellen würde, ist die Auswahl an verschiedenen Abendessen sehr gering auf Projekten...es gibt immer Fleisch mit Gemüse...meistens Broccolie...und ich hasse Broccolie (Ich weiß nichtmal wie man es schreibt)! Danach ging es schnell ins Bett... es ist auf Projekten normal, dass alle spätestens um 8.30 pm im Bett sind...
Freitag Morgen 6.01 am....dieser Morgen ist okay...es ist einigermaßen warm und das Aufstehen fällt nicht so schwer...alle sind müde und da ACE ja wirklich organisiert ist..wusste noch keiner was wir heute machen würden...am Ende entwickelte es sich aber ganz gut, denn wir arbeiteten bei der Rangerstation wo es einen „Sozialen Arbeitstag“ gab und viele freiwillige Helfer da waren...die Arbeit war mehr nach meinem Geschmack...das Tragen von schweren Felsbrocken und das Bauen von Wegbegrenzungen...außerdem wurden einige Wasserwege erneuert...die zweite positive Sache...es regnete nicht! Im Gegensatz zu den Vorhersagen war es nur bewölkt...die dritte gute Sache, es gab Toiletten....die vierte gute Sache..am Mittag gab es geniales Essen für alle...denn schon am zweiten Tag war ich vom ewig gleichen, fahlen Geschmack des Essens angenervt...
Die Arbeit war lustig und auf dem Rückweg fuhren wir zu einer Tankstellen, weil uns Chris, der Supervisor unseres Vans einen gefallen tun wollte...es gab echten Kaffee...naja echten, abartigen, amerikanischen Kaffee...aber Kaffee! Danach ging es zurück ins Camp...achja was ich ganz vergessen habe...vor jedem Arbeitstag gab es das gemeinsame Sicherheitsmeeting, wo wir alle einer nach dem anderen eine der Sicherheitsregeln wiederholen mussten und danach gemeinsames Stretching (was wie ich aus Sporttheorie weiß gefährlich und unnütz ist...nach einer kurzen Warm-up-Phase ist es viel sinnvoller aber egal).
Zurück im Camp gab es Abendessen und danach blieb einen kleine Gruppe von uns wach und unterhielt sich...was mich hier besonders begeistert ist, neben den wunderschönen Aussichten, die Atmosphäre...die Truppe ist wirklich eine Truppe...Jeder lacht mit Jedem und Jeder versucht zumindest Jeden zu mögen...das ist fantastisch...danach ging ich müde ins Bett.
Samstag Morgen 6.01 am, das Aufstehen wird härter...(Anmerkung des Autors: Von dem Chlor im Amerikanischen Trinkwasser bekommen die meisten Europäer Blähungen)...der Geruch wird strenger...aber es geht noch...am Samstag gingen wir zurück auf den Trail des ersten Tages um die dort nicht beendete Arbeit zu beenden...dummerweise hatte ich direkt am Anfang was zu tun, wodurch ich einer der drei Letzten war...die anderen Beiden waren Chris, der Supervisor und Peter aus meinem Haus...Chris beschloss, dass wir das Aufräumkommando waren und so mussten wir alle Fehler der anderen ausbessern... um 12.30 pm, pünktlich zum Lunch, waren wir fertig...was automatisch dazu führte, dass eine sehr lange Mittagspause entstand...da die Supervisor, Chris und Matt (der andere Bus mit den anderen beiden Supervisorn war zu einem anderen Ziel gefahren) beschlossen, es sei nicht gut jetzt schon die Arbeit nieder zu legen, da wir ja bis um 5 pm bezahlt werden würden, beschlossen sie eine spontane Wanderung... Peter, Chris und ich hatten jedoch noch ein kurzes Stück Trail abzuarbeiten...danach starteten auch wir unsere Wanderung...das Kommentar „Wir haben noch so viel Zeit, wir gehen den langen Weg“ von Chris führte dazu, dass alle anderen 1,5h auf uns warten mussten und wir erst nach Dämmerung zurück im Camp waren...Hatte ich erwähnt, dass ich wandern hasse? Zum Abendessen gab es zur Abwechslung Fleisch und Gemüse... danach ging ich recht schnell ins Bett, Ich war echt am Ende...doch ein Gutes hatte das Ganze, ich kenne nun die Namen von 2 Kakteenarten und einem Baum in Englisch.
Sonntag Morgen 6.01 am...ab hier wird es hart...ich habe die Nacht schlecht geschlafen, weil ich gefroren habe....am Morgen war es noch kälter und es ist unfassbar schwer sich aufzurappeln, wenn man weiß, dass einen eine kalte Hose und ein kaltes Arbeits-T-Shirt erwartet. Das Frühstück bestand wie jeden Morgen aus einer Schüssel Kornflakes. Danach ging es auf zur Arbeit...an diesem Tag erwartete uns, was wieder keiner vorher wusste, das Gegenteil der Arbeit des Tages zuvor. Mountainbiker hatten einen illegalen Trail geschaffen, welchen es zu schließen galt. Tote Bäume, Gestrüpp und Steine mussten auf dem Weg verteilt werden, Fundamente, die den Trail hielten, mussten zerstört werden...für Sprünge errichtete Steinhaufen wurden demontiert....mit anderen Worten destruktive Arbeit...ich liebte sie...(ist euch aufgefallen, dass ich ständig zwischen den Zeiten wechsle? Mir schon!)... reichlich erledigt ging es danach ins Camp zurück wo mich das gleiche erwartete wie jeden Abend...Essen...Bett!
Montag Morgen 06.01 am...es ist noch kälter...zudem bläst ein starker Wind....gefühlte Temperatur minus viertausend Grad, als ich aus meinem Schlafsack kroch in dem ich auch schon gefroren hatte...wieder Flakes und ab ins Auto...Start war wie jeden Morgen um 7 Uhr...diesmal erwartete und Zäune bauen...eine recht angenehme Arbeit deren Hauptbestandteil darin bestand in der Sonne zu liegen, da immer nur Werkzeuge für die Hälfte der Truppe vorhanden waren... eine recht nette, wenn auch in meinen Augen unnütze Arbeit..es ging darum, dass die Amerikaner nicht mit ihren Autos auf das freie Feld fahren, was Amerikaner nun mal machen, wenn sie die Gelegenheit haben...Am Ende stand der Zaun und Brandon, der Forstarbeiter welcher mit uns zusammen den Zaun baute war überrascht wie schnell es ging...da es erst zwei Uhr war beschlossen wir uns noch alte Indianerruinen anzusehen...das war cool...die alten Bilder an den Wänden, die Häuser und die Geschichte dazu...danach ging es zur Tankstelle, wo ich mir eine Cola kaufte, primär weil ich dieses widerliche Amerikanische Wasser satt hatte...danach ins Camp, Abendessen und ein wenig mit den Anderen reden, dann ins Bett.
Dienstag Morgen 06.01 am...unsere Wasserquelle ist, wie sich herausstellen wird, wenn ich mein Zelt verlasse, gefroren! Glücklicherweise habe ich mein Mittagessen (läpisches Amerikanisches...nennen wir es der Höflichkeit halber mal...Brot mit irgendeinem Mist darauf) schon am Tag vorher zubereitet und meine Wasserflaschen aufgefüllt, so dass ich mit den Händen in den Taschen herumstehen und frieren konnte. An diesem Tag erwartete uns wieder Arbeit mit Will. Wills Familie kommt ursprünglich aus Deutschland, er heißt mit Nachnamen Schuhmacher...nur eben amerikanisiert (Shoemaker)..er ist um die 50 und ein verdammt verrückter Kerl mit einem netten Sinn für Humor...sehr sarkastisch...wir bauten Checkpoint und kleine Wälle am Berg, damit das Wasser abfließen kann und nicht den ganzen Trail hinunter fließt... (an diesem Tag habe ich keine Fotos gemacht, dafür gibt es einen einfachen Grund: mein Akku war leer...ebenso wie der Akku meiner Taschenlampe was zum Einem zu dem Entschluss führte mir eine Kopflampe zu zulegen und zum Anderen dazu, dass ich Morgens und Abends kein Licht mehr hatte... Diese Arbeit war auch super...sie war anstrengend und schloss keine Wanderungen mit ein...außerdem arbeitete ich mit Chris (einem Assistenz-Suppervisor und nicht dem Supervisor) zusammen an einem Checkpoint...er war fantastisch....Will meinte am Ende es wäre die beste Arbeit, die er heute gesehen hätten und sie würden es genau so wollen, was mich schon ein wenig stolz machte...
Mittwoch Morgen 6.01 pm...der Handywecker klingelt...ich war heute Nacht vier Mal pinkeln, was vier Mal aus dem Schlafsack klettern, vier Mal in die kalten Kleider schlüpfen und vier Mal ins Kalte müssen einschloss...ich hasse Kälte... heute erwartete uns wieder Arbeit mit Will...zumindest dachte ich das....am Ende lief es darauf hinaus, dass Peter, Chris und Ich einen weiteren Trail bearbeiteten und dort die Pflanzen am Wegrand zurecht stutzen, während die anderen mit Will arbeiteten....um 12 Uhr ging es dann zurück zum Campingplatz...Zelt abbauen, Sachen packen und Abfahrt... eine Stunde später waren wir in Flagstaff...dort hieß es Ausladen und dann Auto waschen...und zwar gründlich, denn Chris ist Perfektionist.
Danach ging es zurück ins Haus...ins warme und es wurde nacheinander geduscht...ich war letzter weil ich warten musste bis meine Kleidung gewaschen und trocken war...ich hatte Nichts mehr zum anziehen...danach ab zu Bashes und Essen kaufen...für mich gab es Fruchtsalat...lecker und endlich eine Abwechslung...achja und natürlich Kaffee....wir haben ja jetzt eine Kaffeemachine...hier gibt es Starbucks Kaffee zu kaufen...fantastisch...
Abschließend kann ich folgendes sagen: Matt und Chris, die beiden Supervisor die während des Projekts für mich zuständig waren sind unheimlich nette Kerle...auf Projekten sind sie anders als in Flagstaff...Chris (der Assistenz-Supervisor) ist ein klasse Kerl ich mag ihn.
Der Sternenhimmel in einer komplett unzivilisierten Gegend ist das schönste was ich bisher gesehen habe und ich hasse es, dass meine Kamera nicht fähig ist ihn zu fotografieren...ich habe noch nie so viele Sterne gesehen.
ACE ist komplett unorganisiert!
Abends alleine im Zelt vermisse ich euch alle unglaublich und Musik ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens...ich muss mehr Musik hören...
Und nach 7 Tagen Projekt stinken alle wie die Sau...ich liebe es zu stinken...^^
Ansonsten genieße ich meine Zeit hier...alle sind unglaublich offen und Morgen (heute ^-^) ist Hausputz angesagt (normal für 10 am aber da Matt heute trinken war erst um 12 am)...
Ich hätte weniger Kaffe trinken sollen denn wir haben jetzt 4.29 am und ich bin kein bisschen müde...und ich bin mir sicher, dass ich die Hälfte vergessen habe aber ich reiche alles nach, was mir noch einfällt...jetzt freue ich mich auf meine 6 freien Tage und werde demnächst die ersten Postkarten auf den Weg schicken.


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