Dienstag, 17. März 2009

San Francisco

San Francisco

The way
3/12/09

San Francisco also....Ich sitze im Auto und bin auf dem Weg in eine der berühmtesten Städte der Westküste. Gestern noch war ich mir sicher, ich würde die Off-Tage in Flagstaff verbringen und mich einfach erholen...und jetzt sitze ich mit Johan, Caroline und Emelie im Auto.
Gestern Nacht waren alle aus um zu trinken und den Abschied von Arian, Flo und Laura zu feiern. Francoi, der Belgier aus Cedar 1 hat sich in den Schlafsaal übergeben. Helena und Sanne wurden von Matt Roberts erwischt und fliegen vielleicht aus ACE. Alles in allem eine ereignisreiche Nacht.
Als Caroline und Emelie nach Hause kamen und ich ihnen sagte, dass ich nicht wisse ob ich mit nach San Francisco kommen würde, stürmten beide auf mich zu und schlugen mich mit Kleiderbügeln...nach einer recht kurzen Zeit gab ich nach...
Um zwei Uhr gingen Johan und ich ins Bett nachdem ich mich von Laura, Arian und Flo verabschiedet hatte. Um sechs Uhr klingelte dann der Wecker, ich kochte Kaffee und packte meine Sachen. Imke war die ganze Nacht wach geblieben um zu telephonieren und den letzten Tag mit Computer zu nutzen, da auch Peter seinen Laptop mit auf seinen Road-Trip nehmen würde. Von ihr erfuhr ich die restlichen, für mich völlig belanglosen, Details über die Geschehnisse der Nacht. Matilda und John hatten sich gefunden und auch Chris und Katharina hatten wohl ihren Spaß...wobei beide Mädchen am Wochenende Flagstaff verlassen werden...
Im Moment bewegen wir uns mit konstant 95 mph in Richtung Westen auf dem Highway 40...wir brausen einfach an den anderen, das Speedlimit akzeptierenden, Autos vorbei.
Nach dem ersten Pie-Stop und etwa zwei Stunden Fahrt stellen wir fest, dass noch weitere 999 km zu fahren sind. Es ist ein recht langer Weg...
Ich habe gerade den letzten Satz der Beschreibung des Projektes in St.Georges geschrieben und bin somit wieder beim jetzt und hier angekommen um dieses zu beschreiben. Jetzt werde ich aber erstmal den Laptop ausschalten um die Batterie zu schonen.

Jetzt haben wir neun Uhr vierzig PM und ich liege in meinem Bett. Ich teile mir ein Zimmer mit Johan und der Fernseher läuft nebenbei. Ach ja es ist bereits Freitag.
Gestern Nacht sind wir um acht angekommen nachdem ich den Rest der Fahrt damit verbracht habe Terry Pratchet zu lesen und die Landschaft zu genießen. Der letzte Teil der strecke fuhren wir durch eine wunderschöne, blühende Landschaft...als wir ankamen war es natürlich dunkel wodurch wir gleich am ersten Abend einen Eindruck von der Größe der Stadt bekommen konnten. Es war wirklich beeindruckend und die Brücke über die wir in die Stadt kamen war beeindruckend. Wir suchten uns, nachdem wir ein Hotel gefunden hatten, etwas zu essen. Wir landeten in einem japanischen Restaurant, welches erstaunlich gut war. Danach ging es zurück...wir alle waren müde!
Die Stadt erschlug mich mit ihrer Größe, selbst wenn wir nur einige Blöcke weit liefen. Nach einer erholenden Nacht ging es zum Frühstück, was im Preis enthalten war. Es gab wässrigen Kaffee und Waffeln...das wars...naja egal...danach packten wir unsere sieben Sachen und machten uns auf den Weg zum nächsten Hostel, dass wir am Abend vorher gebucht hatten. Wir checkten ein und begannen dann unseren Rundtrip durch die Stadt, welche am Tag noch beeindruckender war. Wir besuchten Chinatown, den Pier und die Brücke die wir in der Nacht überquert hatten. Wir sahen einige beeindruckende Kunst und hatten einen wunderschönen Tag. Danach kauften wir ein und hatten Abendessen in unserem Raum. Gestern schliefen wir alle im gleichen Raum, heute haben wir zwei Zwei-Mann-Räume. Morgen werden wir mit der Fähre nach Alcatraz fahren, worauf ich sehr gespannt bin. Jetzt werde ich schlafen gehen weil ich müde bin. Achja...plöde Großstadt...es ist unglaublich laut draußen.


Golden Gate Bridge
3/14/09

Pünktlich erwachten wir, machten uns fertig und verließen das Hotel. Unser Gepäck blieb im Hotel, wir würden es später abholen um es zum anderen Hotel zu bringen...dann ging es ab zum Pier...leider waren alle Touren nach Alcatraz für diesen Tag schon ausgebucht...also mussten wir was anderes finden...wir entschlossen uns, zur Golden Gate Bridge zu laufen und den westlichen Teil der Stadt zu erkunden...Wir liefen fast drei Stunden um die Golden Gate Bridge zu erreichen...wir liefen ein wenig über die Brücke und dann zurück...für den Rückweg entschieden wir uns einen Bus zu nehmen, welcher uns direkt zum Golden Gate Park brachte, welcher auch den botanischen Garten von San Francisco beinhaltete...hier verbrachten wir den Rest des Tages inmitten tausender Eichhörnchen und Pflanzenarten. Es war recht gutes Wetter und wir genossen es richtig in dieser Idylle zu laufen. Zum Abendessen gingen wir, nachdem wir unser Gepäck in dem neuen Hostel verstaut hatten welches erstaunlich intensiv nach Marihuana roch, im Cha Cha Cha, dem bisher besten Restaurant seit ich in Amerika bin. Es war ein wenig zu wenig aber unglaublich lecker...fast europäisch. Danach ging ich recht schnell schlafen...ohne zu schnarchen wie die anderen berichteten.

Alcatraz
3/15/09

Jetzt aber wirklich.....auf nach Alcatraz...Ich habe shcon so viele Geschichten von diesem Ort gehört und so viele Dokumentationen gesehen und wusste doch nicht alles. Es war beeindruckend dieses Stück amerikanischer Geschichte zu sehen und zu bewundern. Die Mauern aus Stahl und Beton und all die Zellen. Zudem gab es Beschreibungen der meisten Ausbruchversuche...Was ich neu lernte ist, dass die Insel ein Zufluchtsort für Indianer war, nach der Zeit als Gefängnis...während der Zeit in der die Indianer in die Reservate abgeschoben wurden, wenn sie sich nicht anpassen wollten. Von Alcatraz ging der Impuls aus, der die Regierung umstimmte und das Schicksal der Indianer zumindest ein wenig verbesserte. Die Audio-Tour war erstaunlich gut gemacht und man hätte das Gefühl haben können, selbst ein Gefangener zu sein...wenn man nnicht die ganze Zeit hätte aufpassen müssen nicht gegen die anderen Besucher zu laufen. Nach unserem Besuch in Alcatraz, den meine Bilder besser beschreiben als ich es könnte, fuhren wir zurück auf das Festland. Hier schlenderten wir durch die Straßen von North Beach...es schien keins der besten dafür aber eins der billigsten Viertel zu sein. Es gab eine Menge Headshops und Tabakshops. Außerdem roch es überall nach Gras...nicht so schlimm wie in unserem Hotel aber doch recht stark...
Zum Abendessen trafen wir uns am Hotel wieder....wir hatten uns vorher getrennt weil Emelie und Caroline shoppen gehen wollten. Ich und Johan waren auf dem Rückweg durch das Castro Viertel geschlendert.


The impact of the art
3/16/09

Welchen Einfluss hat die Kunst auf unser Leben und auf unsere Gefühle? Bisher hätte ich diese Frage ganz einfach beantworten können. Sie hat kaum einen Einfluss, sie ist bloß eine Darstellung eines vergangenen Zeitfensters. Alle meine bisherigen Eindrücke aus verschiedenen Museen vermittelten mir diesen oder besser gesagt gar keinen richtigen Eindruck. Doch heute hat sich das geändert. Ich habe erfahren welchen Einfluss Bilder, Filme und Musik auf die eigene Gefühle haben können. Das „Museum of modern art“ hat mir gezeigt, wie einflussreich die Vergangenheit noch heute sein kann.
Nachdem wir um acht Uhr erwacht sind, gingen wir Kaffee trinken und dann zurück zu dem Platz an dem wir unser Auto geparkt hatten. Wir erfuhren, dass wir das Auto stehen lassen konnten, für den Tag bis wir Abends abreisen würden. Nachdem wir unser Gepäck im Auto verstaut hatten machten sich Caroline und Emelie auf den Weg um shoppen zu gehen. Wir vereinbarten uns zwischen sechs und halb sieben wieder zu treffen. Das Gespräch um diese Vereinbarung zu treffen lief ungefähr so ab:
Joschka: Also wann treffen wir uns dann heute Abend hier?
Caroline: Achja...um sieben?
Emelie: Ne das ist zu spät, gegen sechs?
Joschka: NEEEEEEIIIINN..gegen sechs ist alles zwischen 5.01 und 6.59....dann lasst uns lieber gleich halb sieben sagen...!
Emelie: Okay dann zwischen sechs und halb sieben!

Danach verschwanden Emelie und Caroline und ich und Johan wanderten los. Wir besuchten einige Shops...zwei um genau zu sein, wir haben eine ähnliche Einstellung zum Shoppen....Levis und The North Face...danach noch den Apple Shop in dem man kostenlos ins Internet konnte, was wir zum checken der Projekt-Statistik nutzten. Außerdem konnte man gratis alle möglichen Apple Produkte ausprpobieren. Im Shop arbeiteten ungefähr dreißig Mitarbeiter auf einer minimalen Fläche. Ihre Aufgabe bestand darin neuen Usern Apple zu erklären und mit Probleme zu helfen. Zu diesem Zweck konnte man seinen eigene Apple mitbringen. Danach schlenderten wir herum und besichtigten ein wenig die Stadt. Gestärkt durch einen Kaffee, welchen wir uns an einem Eckimbiss besorgten, beschlossen wir uns das Baseballstadium anzusehen. Leider konnten wir es nicht betreten. So schlenderten wir weiter...Station zu Station und machten an jeder Station den Plan für die nächste. So kamen wir am Bahnhof vorbei und dem Gerichtsgebäude und endeten am Museum für moderne Kunst. Wir entschlossen uns, das wir noch 2 Stunden Zeit hatten, es zu besichtigen. Schon bei unserem letzten Besuch in der Galerie vor zwei Tagen hatte ich gemerkt, dass ich viel offener für Kunst geworden bin und minutenlang vor einem Bild stehen und dessen Sinn zu erahnen versuchen kann. Der erste Stock offenbarte das Erwartete...Kadinzki und andere immer in einem Satz mit moderner Kunst genannte Zeichner. Recht schnell war ich mit dieser Etage durch und ging in die nächste. Hier begann der Einfluss der Kunst und der Künstler an sich zu wirken. Neue eindrücke von der Welt und nicht bloß sinnlose Aneinanderreihungen von Quadraten, Kreisen und Dreiecken. Ein Raum der gänzlich für Paul Klee reserviert war, war der erste Raum welcher mich in seinen Bann riss und für eine lange Zeit nicht mehr los lies.
In der höchsten Ebene war es dann vor allem Kentridge der mich mit seiner Kunst beeindruckte. Er verwandelte seine Bilder in Filme, unterlegte diese mit Musik und gab seiner Kunst ihre Geschichte. Die Geschichte, mit so wenigen Bildern mit denen sie erzählt ist, sagt doch so unglaublich viel. Nach kurzen bemerkt man, wie gefesselt man in der Geschichte der porträtierten Personen ist und wie man ihr Schicksal fühlt und lebt.
Nach dem beeindruckenden, mitreißenden und erstaunlich einflussreichen Besuch im „Museum of modern art“ aßen wir im Subway und schlenderten dann zurück zum Auto. Schlendern ist übrigens die einzig wahre Art des Gehens...es nimmt zwar mehr Zeit in Anspruch ist aber bei weitem eleganter und bequemer....man gibt der Welt die Zeit einem alles zu zeigen, was sie einem zeigen will.

Jetzt sitzen wir wieder im Auto auf dem Rückweg nach Flagstaff. Es ist 7 pm und ich bin gespannt wie weit wir heute fahren, wo wir schlafen, wann wir in Flagstaff ankommen und ob wir den Weg finden, denn im Moment höre ich Caroline und Emelie nur „putain“ und andere französische Flüche fluchen...wir haben uns wohl verfahren.

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