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| St.George |
St. George
3/4/09
Vollkommen übermüdet sitze ich im Auto. Jeder der mich bereits übermüdet erlebt hat, wird wissen, dass die arme Crew eine harte Reise erwartete. Die Fahrt dauert fünf Stunden. In dieser Zeit erzähle ich Hiro von der japanischen Legende von Kung Fu Panda und davon, dass ich ein Viertel Japaner wäre und von meinem Hausdrachen Walter, welcher weggelaufen ist als ich neun Jahre alt war. Dies sind nur einige Beispiele des Schwachsinns, den ich verzapfte. Ein anderes Beispiel ist, dass die roten Berge dadurch entstanden sind, dass Deutsche sie angemalt haben ...vor hunderten Jahren...und wenn der Himmel Blaubeermarmelade wäre, sind die Wolken dann Marschmellos und die Sonne ist bloß ein von unten betrachteter Strohhalm....
Als wir nach fünf Stunden endlich ankommen, bin ich wieder hellwach! Ich und Chris machen, nachdem wir die Zelte aufgebaut hatten, eine Wanderung entlang des Flusses, welcher durch unseren Campingplatz fließt. Es ist weniger eine Wanderung als vielmehr ein Klettertrip. Wir kommen schließlich an einen Punkt, in dem sich das Wasser sammelte und einen kleinen See gebildet hatte, drei mal drei Meter denke ich. Ich und Chris springen in das Wasser und versuchen dann so schnell wie möglich wieder aus der Kälte zu entkommen. Danach sonnen wir uns während nach und nach auch die anderen Volunteer zusammen mit Diana ankommen. Dann gehen wir zurück zum Camp, wo wir das Lagerfeuer entzünden, welches uns für die nächsten Stunden wärme und Licht spenden sollte. Wir unterhalten uns über die Vergangenheit der einzelnen Volunteers und erfahren, dass Whanoh, ein Volunteer aus Korea der aus St. Cruze nach Flagstaff kam, zwei Jahre lang beim Militär Drill Sergent war. Stolz erzählte er uns wie er Untergebene zum weinen brachte, ohne Gewalt wie er betonte. Es ist erstaunlich wie unglaublich nett und höfflich so ein Drill Sergent sein kann. Ich gehe recht früh zu Bett weil ich einfach total müde bin. Diana und Chris sind super Supervisor, dass weiß ich schon jetzt...das wird ein schönes Projekt.
First day of Work
3/5/09
Als ich erwache ist es bereits hell und recht warm. Ich habe gut geschlafen und bin bereit für den ersten Arbeitstag. Ich bin einer der Ersten, die wach sind und koche Wasser für meinen Kaffee. Ich begrüße jeden aus seinem Zelt krabbelnden Volunteer mit einem freundlichen „Good Morning“ und dann geht es auch schon los. Die Arbeit am ersten Tag lautete „Drains“ bauen um einen bereits existierenden Trail für behinderte und alte Menschen zu stabilisieren und wiederherzustellen. Drains sind Abflüsse für das Wasser. Es sind Plastikrohre, welche in den Trail eingegraben werden. Sie werden an natürlichen Tiefpunkten eingesetzt, welche leicht zu finden waren da das Wasser an diesen Stellen Teile des Trail weggeschwemmt hatte. Ich arbeite alleine an meinen Drains, was
unglaublich entspannend ist und viel schneller geht. Es ist warm und sonnig, den ganzen Tag lang. Am Ende des Tages habe ich sieben Drains gebaut. Insgesamt haben wir sechsundzwanzig Drains gebaut. Am Lagerfeuer undterhalten wir uns über Filme und ich stelle fest, dass ich definitiv einen anderen Geschmack habe als die anderen Volunteers. Um neun Uhr gehe ich ins Bett. Irgendjemand schnarcht...also bin ich nicht der einzigee...sehr beruhigend.
„I know how to do that....“
3/6/09
Wieder einmal beginnt der Tag mit dem Aufstehen...wobei das natürlich nicht ganz richtig ist...nur mein Tag beginnt damit, dass ich aufstehe...der Tag an sich beginnt natürlich um 24.00 Uhr. Wieder begrüße ich jeden Volunteer mit einem „Good Morning“ und wieder vergeht die Zeit wie im Fluge und schon sitze ich im Van auf dem Weg zur Arbeit. Ich stelle gerade fest, dass der Vergleich „wie im Fluge“ total daneben ist da mir der Flug nach Amerika unglaublich lang vorkam und die Zeit überhaupt nicht zu verfliegen schien. Wir verfahren uns auf dem Weg zweimal und rufen dann unseren Projektpartner Lin an um den richtigen Weg zu erfahren. Heute stehen das Versperren eines Trails und das Bauen eines alternativen Trails an. Da ich weiß, wie man einen Trail zu versperren hat, organisiere ich alles und Diana und Chris kümmern sich um das Bauen des neuen Trails. Zum Lunch sind Tsubaza, Yuri und ich fertig. Der Trail ist komplett verschwunden. Die ersten dreißig Meter sind von beiden Seiten bepflanzt und zwischen den Pflanzen haben wir totes Waldmaterial (in manchen Gegenden auch Holz genannt) verstreut. Wo es möglich war, hatte ich ganze umgefallenen Bäume über den Weg gelegt. Es war kein Durchkommen mehr möglich. Nach dem Lunch helfen wir den Trail fertig zu bauen. Was für mich heißt, dass ich den gesamten Trail nochmal abgehe und die teilweise schlecht gemachte Arbeit ausbessere. Um halb vier sind wir fertig mit allem und so machen wir uns früher auf den Heimweg. Wir stoppen auf dem Weg an einer Tankstelle. Diana ärgert sich die ganze Zeit über, dass sich vergessen hatte ein „Vorher Foto“ von dem Trail zu machen den wir geschlossen hatten. Sie war reichlich beeindruckt von der Abreit, die wir in der kürze der Zeit verrichtet hatten. Zum Abendessen kochten Emelie, Marten und ich ein europäisches Dinner...zusammen mit dem gebratenen Reis in Catalina, belegte das Essen den Ersten Platz der besten Projektessen. Während wir ums Lagerfeuer sitzen unterhalten wir uns darüber Yuri zu essen, die aus irgendeinem Grund damit nicht einverstanden zu sein scheint. Spät gehe ich zu Bett und schlafe rasch ein.
Crazy Wheater
3/7/09
In der Nacht werde ich wach. Ein Verlangen brennt in mir. Das Verlangen auf die Toilette zu gehen. Ich höre den Regen auf mein Zelt prasseln und entscheide mich das Verlangen ein wenig aufzuschieben. Als ich um fünf Uhr vierundvierzig erwache ist das erlangen noch stärker. Es regnet nicht mehr, ist aber unglaublich kalt. Als ich aus meinem Zelt krabbele realisiere ich, dass der Regen gar kein Regen war...es war Schnee....der letzte Tag war sonnig und warm und jetzt lag Schnee auf den Zelten. Während ich Kaffee koche und trinke und die Anderen mit dem nicht mehr wegzudenkendem „Good Morning“ begrüße, unterhalten wir uns über das verrückte Wetter im Westen der USA. Die Zeit während der Arbeit vergeht wie im Fluge...zuerst bessere ich mit einigen Anderen den Trail vom ersten Tag aus, indem wir ihn an einigen engen Stellen erweitern und dann machen wir uns an den Bau eines Zauns. Wir basteln Metallkäfige. Wir füllen diese mit Steinen und verbinden die einzelnen Käfige mit Holzlatten. Während der Arbeit lachen wir eine Menge. Den Zaun bauen wir um die Ruinen alter Indianergebäude. Außerdem zeigt uns Lin die indianischen „Zeichnungen“ in den Steinen rund um diesen Ort. („Zeichungen“ heißt in diesem Fall, dass die Indianer ihre Symbole und Bilder in den Stein geritzt haben.)Auf dem Rückweg halten wir wieder an der Tankstelle, für guten Kaffee...ich realisiere während der Fahrt das erste Mal, dass wir in Utah sind. Markus, ein Deutscher aus Cedar 1, versucht sich im Feuer machen und scheitert katastrophal. Nachdem Hiro und Chris das Feuer gerichtet hatten, setzen wir uns ums Feuer. Chris erzählt und, dass die netten Amerikaner aus Santa Cruze, die ich am Wochenende zuvor kennen gelernt hatte, aus ACE geschmissen wurden weil sie ständig bekifft waren. Sie kamen sogar in seinen Raum und fragten ihn ob er mit kiffen wolle und auf seine Antwort, dass er ein Supervisor sei und sie doch besser gehen sollten meinten sie nur „Yeah but you look chilled“. Dieser Spruch sollte bis zum Ende des Projekts und darüber hinaus in jeder erdenklichen, passenden und unpassenden Situation fallen. Er erzählt und auch von einem seiner Freunde, der mit dem Sohn von Harrison Ford auf einer Schule war und mit diesem in Harrison Fords Haus „gechilled“ hat und dessen Marihuana geraucht hat.
„What's the time?“
3/8/09
Als ich aus meinem Bett klettere kocht das Wasser bereits auf dem Gasherd. Emelie trinkt bereits ihren Kaffee. Ich begrüße sie mit einem freundlichen „Good Morning“ und sie erzählt mir, dass sie bereits eine Stunde lang wach sei weil ihr Wecker sie eine Stunde zu früh geweckt hatte...scheinbar grundlos. Sie hatte die Zeit damit verbracht nach unserer Kühlbox zu suchen die anscheinend geklaut worden war. Markus und Ich hatten in der Nacht fremde Stimme gehört und während Markus dachte es sei bloß Einbildung, dachte ich diese fremden Stimmen würden sich wohl mit den noch ums Feuer sitzenden Volunteers unterhalten. Während die anderen langsam erwachten und sich von mir begrüßen und schocken ließen amüsierte ich mich -als einziger- über die verschwundene Kühlbox....all die anderen waren recht wütend. Chris und Diana machten sich als sie aufwachten auf die Suche und kamen 20 Minuten später mit der Kühlbox zurück. Ein paar betrunkene Amerikaner hatten sie geklaut und ihr Bier in ihr gelagert. Als wir an der Stelle ankommen, an der wir den Zaun fertig zu bauen hatten, erfuhren wir von Lin, dass die Zeit umgestellt worden war...von Winter- zu Sommerzeit...das war auch der Grund für Emelies Wecker sie eine Stunde früher zu wecken. Meine Arbeit besteht aus dem Schaufeln von Steinen. Eine recht ermüdende Arbeit...die mit Steinen behäufte Schaufel wird schwerer und schwerer. Nach dem Lunch kam Matt Roberts vorbei um zu sehen, was wir so trieben. Netterweise warnte er Diana vor weshalb wir alle schnell unser PPE (Personal Protection Equipment (Handschuhe, Helm, Schutzbrille)) anzogen. Während wir arbeiten, kommt plötzlich ein starker Wind auf und ein kleiner Tornado entseht in unserer Mitte...er wirbelt zwischen und herum und weht Yuris Jacke weg. Als er sich auf Wahnoh zubewegt rennt dieser, fast panisch, weg...soviel zum Drill Sergent. Nach der Arbeit fahren wir zur Tankstelle wo ich nicht widerstehen kann und mir eine Packung Riesen kaufe. Sie schmecken so unglaublich gut! Nach dem Essen wasche ich das Geschirr und am Lagerfeuer unterhalten wir uns über Disney Filme. Der Tag war wieder warm und sonnig. Als ich in meinem Bett liege kann ich meinen Rücken deutlich spüren....es ist der schmerzende Teil meines Körpers....zum einschlafen höre ich laute Musik die von einem anderen Campingplatzteil zu hören ist.
No coffee
3/9/09
Kein Kaffee an diesem Morgen....trotzdem gibt es ein „Good Morning“ für jeden Volunteer. Wir stoppen glücklicherweise an einer Tankstelle um Kaffee zu kaufen. Die Arbeit heute besteht darin einen Trail um den Zaun zu bauen, den wir gebaut hatten. Für mich heißt das Sand schaufeln und wegfahren...anstrengend und ermüdend. Pünktlich zum Lunch beenden wir unsere Arbeit. Nach der Pause fahren wir zu einem anderen Punkt, wo Lin bereits einen Trail markiert hatte, den es zu bauen gilt. Nach neunzig Minuten sind wir fertig und wandern zurück zum Van. Nach einem kurzen Stop an der Tankstelle sind wir auch schon am Campingplatz. Es ist gerade drei Uhr. Den Rest des Tages mache ich gar nichts. Zwischendurch gehe ich nur kurz mit Markus Feuerholz holen und entzünde das Feuer womit ich beweise, dass es nicht die Tatsache ist, dass Markus Deutsch ist, die ihn als unfähig ein Feuer zu entzünden outet. Macht der Satz einen Sinn? Ich weiß es nicht! Das Gas war alle und so fuhr Diana los um neues Gas zu holen, damit wir kochen können würden. Sie brachte auch Kakao mit. Bis um zehn sitzen wir so ums Feuer und unterhalten uns über alles mögliche. Zwischendurch werden wir unterhalten durch Eleonore, die kreischend aus ihrem Zelt rannte weil sie dort eine Spinne gesehen hatte. Emelie wollte danach gar nicht in ihr Zelt weil dieses nahe dem vom Eleonore stand....wodurch wir auf das Thema kamen und uns über den Unsinn der Angst vor spinnen unterhielten.
Back to Flag
3/10/09
„Joschka come on wake up, it's quater to seven.“ Emelies stimme weckt mich...ich checke meinen Wecker und stelle fest, dass ich vergessen hatte von pm auf am umzustellen und er deswegen nicht geklingelt hatte. Ich brauche nur zehn Minuten um mich fertig zu machen und zu frühstücken. Ich erfahre, dass Hiros Kommentar war: „Oh...this is no Good Morning today?“
Der Tag verging schnell...um zehn haben wir alle Aufgaben erledigt und beschließen noch am selben Tag nach Flagstaff aufzubrechen. Die Fahrt verbringe ich in einem Stadium vollkommener Abstinenz. Ich wechsele zwischen Schlaf- und Dösphasen hin und her. Am Abend sind wir zurück in Flagstaff. Die Cedar Volunteers kochen und Essen zusammen und wir erfahren von Chris, dass wir 1000 Dollar verloren haben....nur weil wir nicht noch eine Nacht gecampt haben.(12 ACE-Mitglieder á 10 Stunden bedeutet 8,33 Dollar pro Stunde). Back in Flag...ein gutes Gefühl und einen Tag um zu duschen und die Wäsche zu machen bevor die anderen wieder kommen und es wieder laut wird. Bevor wir uns alle verabschiedet haben, hatten wir ausgemacht morgen gemeinsam zu Abend essen zu gehen.


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