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| Grand Canyon Parashant |
Das letzte was ich zu tun hatte bevor ich mich zu meinem letzten Projekt aufmachen würde, war Tom am Bahnhof zu treffen. Von dort würde er nach Chicago, Seattle etc fahren. Es war ein recht trauriger und doch froher Abschied...Tom wurde hier draußen ein richtig guter Freund und wir beide wussten, dass wir uns ohnehin wiedersehen werden...
Das Recht des Schnelleren und Erfahrensten erlaubte mir mich auf dem Beifahrersitz nieder zu lassen.
Die Fahrt dauert über elf Stunden....ich vertreib mir die Zeit damit, mich mit Matt zu unterhalten...Bei unserer Ankunft in St. George am Backcountryoffice von Grand Canyon Parashant wurden wir darauf hingewiesen, dass acht Mountain Lions in der gegen unterwegs seien und das das Wasser nicht trinkbar sei....also mussten wir uns einen Filter vom Projektpartner leihen....das fängt ja gut an.....
Nach weiteren drei Stunden auf einem Feldweg waren wir dann endlich da. Auf dem Weg las ich die Projektbeschreibung. Wir würden den Zaun um eine historische Ranch renovieren...naja das klingt ja nicht schlecht.... Wir bauen unsere Zelte auf und stellen fest, dass das Eis in den Kühltruhen schon fast geschmolzen ist.... wir alle gehen früh ins Bett....Nichts machen ist anstrengend... Am nächsten Morgen müssen wir zuerst einmal Wasser filtern....dann heißt die Arbeit „Brushing“ im groben schneiden wir alle Sträucher und fällen alle Bäume in einem 3 Meter großen Radius um den Zaun....das nennt sich dann Fire protection....diese Aufgabe haben wir hauptsächlich weil Matt keine Ahnung hat wo wir beginnen sollten.....
Matt, Kathy und Ich machen uns auf den Weg und laufen den Zaun ab....um festzustellen was wir eigentlich zu tun haben.... Danach..weil alle Sägen und Gartenscheren vergeben sind habe ich die ehrenvolle Aufgabe all das geschnittene Zeug auf einem Haufen zu werfen....
Nach der Pause ergattere ich eine Säge und verbringe den Rest des Tages damit Bäume zu fällen....zwischendurch unterhalte ich mich mit Kathy...sie war schon mit mir im Grand Canyon und daher kenne ich sie ja bereits....der ganze Tag war ziemlich verregnet...und das nachdem wir darauf hingewiesen worden waren, dass dies vielleicht das heißeste Projekt des Jahres ist...
Am Abend machte ich ein Feuer und Matt, Dillen, Kathy, Arno, Damion und ich saßen noch eine ganze Weile zusammen.
Nach dem Frühstück ging es wieder zurück zum Bäume fällen...heute hatte ich vier unterschiedliche Sägen für alle Arten von unterschiedlichen Schnitten die ich wohl möglich zu machen hatte. Während der Mittagspause haben wir einen Sturm der über uns zieht...wir warten im Van, welcher im Schlamm feststecken bleibt....danach wird es unglaublich heiß... wir beginnen damit den alten Zaun zu demontieren...doch irgendwie scheint nichts zu klappen....während dem Dinner am Abend fängt Matt an zu nerven...er kocht für sich selbst lässt dann alles wie es ist und wir müssen für uns selber kochen....egoistischer Arsch....
Kathy und Ich sind beide schon von ihm genervt... ich vor allem weil er mich den ganzen tag fragt wie wir Dinge tun sollten..ich es ihm erkläre und er es 1 zu 1 als seine Idee an die anderen weiter gibt...am Abend sitzen wir wieder ums Lagerfeuer...ich bin recht Müde doch halten mich Dillen und Kathy am Lagerfeuer wach...
Heute ist es unglaublich heiß.....wir versuchen die Pfosten aus der Erde zu bekommen um sie zu ersetzten...das alles wäre mit einem Punjar viel leichter aber wir haben keinen...Idioten! Also buddeln und rütteln....für Stunden...für Kathys Vater machen wir am Abend ein Geburtstagsvideo....sie regt sich außerdem verständlicherweise über Matt auf...der jedes mal wenn er „wir“ sagt eigentlich „ihr“ meint..ganz besonders wenn es darum geht etwas zu arbeiten...mir ist das alles eigentlich egal...es ist ohnehin mein letztes Projekt...
Ich und Matt bauen ein Brace...was Spaß macht...ich habe seit Sedona kein Holzbrace mehr gebaut....es wird unglaublich stabil....
Weil unser Benzin fast alle ist....fahren wir nur noch alle 2 Tage Wasser holen...was bedeutet wir müssen sparsam sein....was bei der Hitze einfach gefährlich ist....
Am heutigen tag beenden wir das zweite Brace.....wir haben kaum Wasser....Matt will das ich das Wasser mit dem Bagpack tragen...womit ich kein Problem habe...aber ich mache ihn davor darauf aufmerksam, dass der Container eine Menge verlieren wird...er glaubt mir nicht und wir verlieren die Hälfte unseres Trinkwassers.....größtenteils über meine Hose ....
Es ist wieder unglaublich heiß....
Später am Tag sollte ein Ranger vorbei kommen der uns von Michels Tod berichtet..was wir gar nicht glauben konnten....
Ich fange an rückwärts zu zählen....
Die nächsten zwei Tage arbeiten wir am Zaun....Matt baut mit Jonas einem deutschen der mir tierisch auf die nerven geht...ein Brace..das einfach dilettantisch ist...ich sage aber nichts....ist mir sowieso alles egal... wir schaffen es 150 Meter Zaun fertig zu stellen....und sind alle recht stolz weil es wirklich gut aussieht...
Der Rückweg sollte dann ein Abenteuer werden...unser Van verreckte zweimal.... und wir kamen nach vierzehn Stunden endlich an...
Alles zusammen war es aber ein schönes letztes Projekt...die Gruppe war super
Jetzt ist es Mittwoch und ich bin allein...alle sind sie weg....auf verschiedenen Projekt und ich bin irgendwie schaurig traurig..ich wäre am liebsten in einen der Vans gesprungen und einfach mitgefahren...es fühlt sich seltsam an allein zu sein....ich weiß auch nicht...irgendwie alles seltsam...aber ich freue mich so arg auf zu Hause....
Ich werde die nächsten Tage noch einen Roboter bauen und hier aufstellen...um etwas zurück zu lassen...um ehrlich zu sein ist ..was ich im Moment wirklich will...wieder als Supervisor hierher kommen.....naja mal sehen wie sich das ändert wenn ich wieder zu Hause bin....zum Abschied lasse ich einen Roboter zurück...
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| Robot |



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