![]() |
| Zion Back country |
Wieder geht es los. Ein neues Projekt, eine neue Woche, ein nicht ganz so neues Ziel.
Die Fahrt verbringe ich damit zu lesen und ein wenig zu schlafen. Aus dem Fenster sehe ich die alt bekannte Landschaft die ich schon so oft passiert habe, sei es auf Rodtrips oder während der Fahrt zu einem Projekt. Ich unterhalte mich mit Matt Bruffell und erfahre, dass Ioana wieder da ist und für ACE die Homepage bearbeiten wird, was wohl heißt, dass ich bald mit meinem Wyoming Projekt dort zu finden bin...
Wir erreichen Zion und zu unserer Überraschung geht es nicht direkt zu unserem Backcountry Campingplatz. Wir verbringen die ersten paar Nächte auf dem Campingplatz der mir schon früher als Badezimmer, Küche und Schlafzimmer gedient hatte. Ich war froh auf einem Projekt zu sein...und wieder in Zion zu sein. Später am Abend kamen Jason, ein Supervisor den ich nun seit einigen Monaten kenne und Anna, eine Spanierin deren Redefluss nichtmal durch ihre mangelnden Englischkenntnisse eingeschränkt wird. Die Tatsache, dass ich kein bisschen von der Gruppe genervt bin, zeigt mir auf, dass es nicht eine geänderte Einstellung war, die ein seltsames Gefühl in Wyoming hervor rief sondern die unklare Lage mit Anne...
Anna, die Spanierin, hat sich vermutlich vor Jahren, recht weit aus unserem Orbit entfernt und verweilt seitdem an einem Ort der anscheinend keine logischen Schlüsse zulässt....ich denke das ist die beste Beschreibung, die ich für „abgespaced“ geben kann....
Wir erfahren auch, dass die ersten zwei,drei Tage darin bestehen werden, dicke Baumstämme zu schleppen....
Ich helfe am Abend Matt Brufell beim Kochen und gehe wie die anderen recht bald schlafen...nichts tun ist sehr anstrengend!
Guten Morgen Sonnenschein. Es ist recht warm. Und ich habe meine Aufwachzeit von 5.45 auf 6.00 nach hinten verschoben...wichtige 15 Minuten wie ich finde. Während Matt Bruffell und Jason sich aufmachten um auf der Zaunlinie Bäume zu fällen, fuhren wir, wie wir ja schon am Vortag erfahren hatten, zu dem Trail auf welchem wir die Baumstämme zu tragen hatten. Die Aufgabe war psychisch nicht anspruchsvoll...physisch dafür umso mehr. Wir trugen die Baumstämme 800 Meter bergauf zu einem Punkt wo wir sie dann erstmal sammelten. Von dort trugen wir sie dann später weiter zu einem Punkt der zwei Meilen entfernt war....das war dann aber bergab... Jeder Baumstamm wog zwischen 70-100 Pfund was umgerechnet 31,8-45 Kilo sind.
Ich trug über den Tag verteilt zehn Baumstämme, sieben davon alleine bis zur ersten Marke (800 Meter), einen bis zur letzten Marke (2 Meilen) und die letzten beiden zusammen mit Mia bis zur ersten Marke.
Am Abend waren wir alle MÜDE. Für unsere harte Arbeit bekamen wir auf dem Rückweg alle einen Softdrink von Matt Reynolds, meinem Wyoming Supervisor, spendiert.
Am Abend gab es ein leckeres spanisches Omlet.
Uns allen tat alles weh.
Ich sitze mit Anna, Morgan und Paul um unser kleines Lagerfeuer und unterhalte mich über meine Zeit in ACE, da mich Anna fragte ob ich einen Tipp für sie habe. Das Einzige was ich sagen konnte war, behalte eine positive Einstellung und stecke damit die anderen an!
Paul ist Holländer und war mit mir in Wyoming. Morgan ist eine kleine 19 jährige, recht süße Französin die Japanisch spricht (ein kleines bisschen, zumindest mehr als ich) die ich nun zum ersten Mal sehe.
Später gehen wir alle zu unseren Zelten, ich lerne noch Hiragana mit meinen Karteikarten und gehe dann schlafen.
Guter Morgen, ohne Sorgen. Frühstück und dann wieder zu den lieben Baumstämmen....
Diesmal benutzen wir Seile die wir an beiden Enden an einen Baumstamm binden und uns über die Schultern werfen. Matt Reynolds und ich schleppen so sechs Baumstämme bis zur Pause. Alle anderen haben damit begonnen die Baumstämme zu zweit zu tragen. Das Ablegen der Baumstämme auf den Schultern tut tierisch weh.
Der Tag verging, wie auch der vorher gegangene, recht schnell...
Wir fahren zurück zum Campingplatz wo Matt Bruffell shcon auf uns wartet. Jason ist shcon auf dem Weg zurück nach Flagstaff. Später am Abend machten die anderen eine Wanderung der ich mich nicht anschloss..ich war zu müde.
Da alle gingen außer Mia, die recht schnell im Bett verschwand, blieben nur Matt, Matt und ich übrig. Wir unterhielten uns für einige Stunden, bis ich zu Bett ging. Achja...ich habe eine neue Wunde, direkt unter der anderen an meinem linken Arm....wieder verursacht von einem Zweigstumpf der aus einem der Baumstämme lugt und mich beim Absetzten des letzten erwischte...was meine eigene Schuld war...ich war zu aufgeregt, dass es der letzte Baumstamm sein würde....
Vor dem zu Bett gehen lernte ich wieder japanisch. Mittlerweile kenne ich 100 von 109 Hiraganaschriftzeichen.
Frühstück – Zelt abbauen -Trucks laden -losfahren – stoppen..... Abschleppseil vergessen...wieso Abschleppseil? Sie werden es erfahren.
In insgesamt drei Trucks fuhren wir los. Zwei Stunden später kamen wir bei einer „Straße“ an, die in Deutschland nicht mal die Bezeichung Feldweg verdient hätte...sie war eine durch ATVs entstandene „Straße“ durch den Sand. Auf unserem Weg mussten wir mehrfach mit dem Abschleppseil einen Truck aus dem Sand ziehen und schieben....es war immer der gleiche Truck. Ich fahre mit Damion, einem Franzosen mit dem ich mich blenden verstehe, Morgan und Luc, einem Trail Crew Mitglied aus Zion. Wir unterhalten uns über Musik, er hört Metall...
Irgendwann blieb der rote Truck dann endgültig stecken und alle Versuche ihn zu befreien scheiterten. Also fuhr ein Truck zum Camp um dieses vorzubereiten. Ich war in diesem Truck. Wir bauten die Küchenplane auf wofür ich wie ein Affe von Baum zu Baum hüpfte und Äste absägte um sie möglichst hoch hängen zu können. Dann kamen auch schon die anderen. Sie wurden von den beiden guten Trucks gebracht den roten Truck ließen wir einfach stehen. Während die Anderen ihre Zelte aufbauten fuhren Matt Reynolds, Luc, Jamie und ich zur Zaunlinie und brachten die Zaunteile und Werkzeuge dorthin.
Als wir zurück kommen fahren Luc und Jamie zurück zum roten Truck um zu versuchen ihn aus der Sandlandschaft zu bekommen..am Ende liessen sie ihn dort....
Wir saßen derweil in der Sonne und unterhielten uns.
Danach spielte Tim, ein 32 jähriger Engländer der im Kopf noch zwanzig ist und super amüsant, die Juce-harp für uns, ein Instrument das ich vorher noch nie gesehen und von dem ich vorher noch nie gehört hatte....Er war erst vor drei Wochen geschieden worden und ist direkt zu ACE gekommen...
Vor dem schlafen lerne ich dann wieder das Hiragana.
Frühstück! Und ab zur Arbeit...wir wanderten eine halbe Meile zum Zaun...wandern durch feinen Sand ist anstrengender als ich dachte. Am Zaun wurde dann gestretcht und dann gingen wir los. Ein ein halb Meilen am Zaun entlang mit allen Werkzeugen, Draht und Pfosten.
Während die Anderen einen zweiten Lauf machen müssen um mehr Werkzeuge und Pfosten zu holen, arbeite ich mit Matt Bruffell und dem Presslufthammer. Danach haben die anderen eine Pause während Matt und ich die Zaunlinie abliefen um über die Problematik zu diskutieren einen geraden Zaun hin zu bekommen. Als wir zurück kamen beendete Matt Bruffell die Pause der anderen und schicke sie ein weiteres Mal den Zaun entlang um mehr Posten zu holen. Matt, Matt und ich liefen derweil die Zaunlinie noch einmal ab und er erklärte auch Matt reynolds die Problematik. Während die anderen weiter von A nach B liefen fingen ich und Matt Reynolds an dem Zaun eine Richtung zu geben. Dann fingen wir an die Pfosten alle 18 Fuß abzulegen. Das dauerte bis zur Mittagspause....
Weil ich mich ein bisschen schlecht fühlte, weil meine Aufgabe bisher bei weitem angenehmer war als die der anderen machte ich mich nach der Pause auf und schleppte Draht den Zaun entlang. Danach wurde ich allerdings von Matt dazu genötigt das Line Up zu übernehmen weil die Pfosten die andere vorher versucht hatte in eine Linie zu bringen mehr einen Parcours darstellten...damit verbrachte ich also den Rest meines Tages.
Während der letzten Pause fühle ich ein Kribbeln an meinem Bein, irgendwas krabbelt auf meinem Unterschenkel. Ich ziehe mein Hosenbein hoch und stelle fest es ist ein kleiner Skorpion. Ich schnippe ihn von meinem Bein und beiße in mein Sandwich.
Heute gehe ich recht früh zu Bett nachdem ich mich ein wenig unterhalten habe.
Der heutige Tag bleibt recht Ereignisslos. Wir rammen Pfosten in den Boden und bauen Braces.
Heute wird endlich ein Zaun gebaut. Wir stretchen Draht von Brace zu Brace. Matt Brufell und Matt Reynolds stehen an dem einen Brace, da Matt Reynolds nie zuvor einen Zaun gebaut hat und nächste Woche die Crew übernehmen muss. Ich sitze an dem anderen Brace und knoten den Draht fest. Beim ersten Mal war ich es, der den Draht von Brace zu Brace brachte...alerdings untersagte Matt dies danach weil er mich an dem anderen Brace haben wollte...grausam...eine 12 Mann Crew mit 2 erfahrenen Zäunebauern...
Das kostete uns jedenfalls den ganzen Tag und wir bekamen eine ganze Menge hin.
Am Abend fuhren Matt, Matt, Tim und Ich zurück zur Straße. Matt Bruffell musste zu einem Kettensägentraining. Tim und Ich fuhren mit weil Matt Bruffell nicht wollte, dass Matt Reynolds alleine zurück fährt. Aus recht guten Gründen wie wir feststellen konnten als wir zum ersten Mal den Truck schieben mussten...
Fast zwei Stunden warteten wir an der Straße auf Jason, welcher Matt abholen sollte und uns für das ausgefallene Abendessen entschädigen sollte....wobei zwei Hamburger unsere Mägen nicht wirklich füllen konnte...
Auf dem Rückweg mussten wir zurück nicht schieben aber es wurde schon dunkel.
Am nächsten Morgen packten wir alles zusammen und reinigten alles so gut es eben in einer sandigen Umgebung geht. Fertig damit waren wir um halb neun...die Ankunft der Trucks war für zehn geplant..sie kamen um Elf....Auf dem Weg vom Camp zur Straße unterhielt ich mich mit Kirk, unserem Fahrer und stellte fest, dass ich ein Plappermaul bin.
Ein wenig seltsam war es dann, dass mir Luc als ich mich von ihm verabschiedete seine Handynummer in die Hand drückte und meinte solle ich jemals nach Zion komme solle ich ihn anrufen und wir könnten wandern gehen....und dann ging es zurück nach Flagstaff. Auf der Fahrt fuhren wir durch mehrere Gewitterstürme, das war fanatastisch..ich liebe Gewitter wenn ich dabei trocken bleibe....
Abschließende Bemerkung: Es gibt nichts und ich meine nichts besseres als sich mit einer Schaufel auf den Weg zu machen, ein Loch zu graben und dann sein Geschäft zu verrichten...es ist das ultimative Gefühl der grenzenlosen Freiheit der unbeschreiblichen Natur!


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen