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| North Rim, GC |
Nachdem wir vier Stunden gefahren waren, kamen wir am Nord Rim an.....er ist im Gegensatz zum Süd Rim dicht bewäldert.....Immergrüns teilen sich hier den Platz mit Birken....der Schnee liegt immer noch meterhoch an den von der Sonne kaum berührten Stellen, die sich überall dort erstrecken, wo die Bäume dicht bei einander wachsen und der Hang sich gen Norden steil abwärts erstreckt. Die Sonne die am wolkenlosen Himmel stand lies die Bäume grell grünlich schimmern...
Ich beschreibe dieses Bild so genau, weil meine Kamera im Trailer war und ich somit kein Foto machen konnte...aber das Bild war einfach überwältigend!
Wir bauen unsere Zelte in der Nähe der kleinen Häuser auf, in denen die Trail Crew Mitglieder schlafen. Ich baue mit den anderen, nachdem all die Zelte stehen, dass Waltent auf...danach mache ich mich auf den Weg und gehe am Rim spazieren, der bloß einen kurzen Gang von unserem Camp entfernt war und direkt in einer steilen Felswand nach unten führte!
Ich setzte mich auf einen Stein, der aus der gleichmäßig abfallenden Wand hervor ragte und dachte ein wenig nach, über mich, mein Leben, was ich will und was nicht...das erste Mal seitdem ich in den Staaten angekommen bin nahm ich mir so richtig Zeit für mich selbst.
Als ich zum Campingplatz zurück kam erfuhr ich, dass wir gemeinsam zur Lodge fahren würden und dann zu Angles Point wandern würden. Der Ausblick von dort oben war überwältigend, der Grand Canyon eben. Nachdem wir zurück zum Camp gekommen waren, schnappte ich mir meinen MP3-Spieler und verschwand zum Rim. Diesmal suchte ich mir einen Platz zu welchem man nur gelangen konnte, wenn man ein wenig Talent im Klettern besaß. Dort saß ich für fast zwei Stunden und setzte meine Gedanken dort fort, wo ich sie zuvor unterbrochen hatte. Zum ersten Mal erschien mir alles recht einleuchtend.
Auf dem Weg zurück zum Camp sammelte ich den Müll auf, der auf dem Waldboden verstreut war...zerbrochene Flaschen, Dosen, Autoreifen....
Das Essen war ACE Standard...und ich wusch das Geschirr als wir fertig waren.
Der Abend endete damit, dass wir die Trail Crew besuchen gingen wo wir gemeinsam mit ihnen ums Feuer saßen. Die Trail Crew ist ein Haufen sympathischer, lustiger Kiffer....
Andy und ich waren die letzten Beiden, die das Lagerfeuer in Richtung unseres Zeltes verließen, als die TrailCrew beschloss, es zu löschen.
Am nächsten Morgen bin ich aus irgendeinem Grund mies gelaunt....vermutlich, weil es keinen Kaffee gab! Die Arbeit ist nervig und zu einfach, außerdem kommen wir zu schnell voran. Wir säubern die Regenabflussrinnen neben dem Trail indem wir den ganzen Mist auf den Trail schaufeln und dann die Steine und Blätter raus rechen...
Die dummen Gedanken die ich mir über den Tag mache und die Tatsache, dass ich kaum einen aus der Crew kennen und die, die ich kennen primär nicht mag, macht die Sache auch nicht besser....
So kommt es auch, dass ich mich zum Mittagessen alleine auf einen Felsvorsprung zurück ziehe. Ich weiß viele, die diesen Bericht lesen werden das Folgende nicht hören wollen aber da ich mich darum nicht wirklich kümmere....ein starker Drang Zwang mich dazu, mich das erste Mal in der freien Natur zu erleichtern. Es ist recht seltsam, dass ich in den 4 Monaten die ich nun hier bin nie eine Schaufel zu benutzen hatte und nun wo ich eine brauchen würde, hatte ich keine....somit half mir ein Stein aus....die Aussicht war fantastisch...
Nach der Mittagspause ging es mir physisch wie psychisch besser! Ich arbeite zusammen mit Tim, dem Trail Crew Mitglied, das ich letzte Woche schon kennen gelernt habe. Ich frage ihn, ob er mir eine „Permit“ besorgen kann um im Grand Canyon zu Campen....er bejaht! Dann endet der Arbeitstag auch schon und ich gehe nachdem wir zum Camp zurück gekommen sind ein wenig klettern....Dinner ist wie so oft langweilig und eintönig....
Dieser Abend endet im Waltent wo wir gemeinsam über die neusten Gerüchte und Geschichten reden...wie ich mitbekomme bin ich nun auch ein Teil davon...naja was soll s!
Alle waren dann doch recht früh im Bett und ich nahm mir mein Buch und las noch für eine Stunde... um neun Uhr dreißig war ich dann in meinem Zelt.
Wenn das erste, was man am Morgen trinkt ein wässriger Cappucino French Vanilla ist, dann kann der Tag nicht gut werden! Heute haben wir schon einen recht großen Teil zu wandern, da wir den Trail abwerts bearbeiten und bereits eine ¾ Meile weit gekommen waren. Wie ich erfuhr war das Wochenziel 2 Meilen.... heute Arbeiten viele Trail Crew Mitglieder mit uns. Mein Mittagessen nehme ich gemeinsam mit Tim und Anna zu mir. Als wir dann endlich aus dem Canyon wandern, fliege ich an den anderen vorbei zum Van. Dort wird gestreched und dann geht es zurück zum Camp wo wir unser Mittagessen für den nächsten Tag vorbereiten und zu Abend essen. Während die anderen abwaschen, mache ich Feuer im Waltent. Während die anderen zur TrailCrew gehe, sitzen ich und Laura im Waltent und unterhalten uns über...ich weiß es nichtmehr...
Um zehn Uhr ging ich dann ins Bett!
Der nächste Morgen startete wieder mit Cappucino french vanilla.... langsam gewöhne ich mich an den Geschmack...immerhin ist es warm....
Wie wir erfahren, werden wir mit dem Big Boss arbeiten...was bedeutet...keine langen Pausen....normalerweise hatten wir statt 15-30-15 Minuten 45-90-45 Minuten Pausen ( erste, zweite und dritte Pause)...ganz einfach, weil wir schnell genug arbeiteten...
Heute arbeiteten wir uns weit vor und am Ende des Tages hatten wir fast 2 Meilen geschafft...der Tag ist bewölkt aber warm...in der Nacht zuvor hatte es geregnet....als Belohnung für die viele Arbeit gab es zum Abendessen Fisch....also für mich gab es Kartoffelbrei mit Kartoffelbrei... um den Kartoffelbrei zu bekommen mussten wir fast fünfundvierzig Minuten aus dem Canyon wandern... mein Margen fängt wieder an zu rebellieren..so wie auf jedem Project...ganz einfach wegen des schlechten Chlorwassers.... Im Waltent, wo wieder nur ich und Laura saßen weil der Rest Volleyball spielen war...unterhielten wir beide uns über Jura, da sie Jura studiert...als sie ins Bett ging und ich mich entschloss noch im Waltent zu bleiben bis das Feuer von selbst erlischt, schlief ich fast ein...als plötzlich Laurel, Svenja, Whan Oh und Andy auftauchten....sie brachten Chips und Sour Cream....nachdem beides gelehrt war ging es ins Bett...
Heute erreichten wir das Wochenziel von 2 Meilen....statt weiter zu arbeiten sahen wir uns Dinosaurierspuren an...Shane, Lameis Freund und Supervisor der TrailCrew erzählte uns die Geschichte von Brydie dem Hengst...der nur für Pfannekuchen arbeitete und frei war... außerdem hat der Big Boss beschlossen uns für die gute Arbeit zu belohnen...am Dienstag würden wir auf einem anderen Trail arbeiten...also kein weiter Hike und neue Aussichten....
Der bulgarische Dude Michael ist unglaublich nervig...er ist doppelt so groß und breit wie ich und arbeitet langsamer als eine Schnecke...ich mache die selbe Arbeit in einem Drittel der Zeit...und das nur weil er einen Scheiß auf ACE gibt...was in meinen Augen nicht Fair den anderen Volunteers gegenüber ist...
Vor dem Abendessen legte ich mich in mein Zelt, mein Kreuz tat weh weil ich auf dem Rückweg von den Dinosaurierspuren zur Arbeit von Fels zu Fels gesprungen bin und einen Sprung verpatzt habe...und natürlich vom Steine schaufeln...
Ein weiterer Grund für diesen kurzen Moment der Ruhe war, dass ich am Abend mit Volleyball spielen wollte...diesmal war die Trailcrew aber müde weshalb kein Spiel zu Stande kam...
Im Waltent unterhielten wir uns über die verrückten Gesetze in unseren Heimatländern..betreffend Sex, Alkohol und ähnliches ( In England ist Sex ab 16 legal, für homosexuelle Männer ist das Mindestalter 18 und für homosexuelle Frauen gibt es keine Altersbeschränkung......außerdem ist S&M verboten etc)
Der letzte Tag auf diesem Trail...das letzte Mal den North Kaibab runter und hoch wandern.....wir waren hinter dem Tunnel und schafften trotz ewig andauernder Pausen eine halbe Meile....die Wanderung aus dem Canyon war unglaublich anstrengend...ich glaube als Raucher hätte ich es da nicht raus geschafft...
Wie wir am Abend feststellen konnten hatten wir kaum noch Essen...deshalb packte ich Cornflakes in meine Lunchbox....nach dem Dinner gingen wir dann Volleyball spielen...wir verloren grandios... und um halb neun waren wir alle im Bett...
Der letzte Tag sollte einer werden, den man sich als Volunteer nur wünschen kann...
Wir fuhren zum ersten Aussichtspunkt und hatten dort 90 Minuten Pause...dann gingen wir zum nächsten und hatten dort 90 Minuten Pause...dann fuhren wir zu dem Trail den wir zu bearbeiten hatten...nach 20 Minuten waren wir fertig....wir besuchten Ruinen der Anassazi und weitere Aussichtspunkte...dann fuhren wir zurück zum Camp... wir packten alles zusammen, so dass wir am nächsten Morgen um sieben Uhr losfahren konnten...
Am Abend hatten wir ein BBQ mit der TrailCrew.... danach spielten wir wieder Volleyball und gewannen eins von drei Spielen...immerhin wir hatten die TrailCrew geschlagen!
Am nächsten Morgen starteten wir wirklich um sieben und waren um zwölf mit allem fertig....somit hatte ich fast 3 Stunden für mich alleine...
Jetzt sitze ich gerade in dem Gemeinschaftsraum...in Boxershorts...es ist fast 12 Mittags und ich sollte duschen gehen...wir haben ein reines Männerhaus...die Mädchen haben ein Käferproblem...deshalb sind sie in ein anderes Haus gebracht worden...was auch bedeutet, dass ich Anne seit einiger Zeit nicht gesehen habe...ich weiß ja auch nicht...es war alles kalr während dem Grand Canyon Projekt und nun bin ich wieder verwirrt...
Die Bilder lade ich später hoch...ich habe für heute Nacht ein BBQ organisiert...
Achja am Montag fahre ich für einen Monat nach Wyoming..Devils Tower..auf ein Special Project... während der Off Tage geht es nach Yellowstone was fantastisch wird...Anne ist auch auf diesem Projekt..und Svenja...die Deutsche aus dem Nachbarhaus...die mir im Grand Canyon tierisch auf den Sack gegangen ist....in Deutschland würde ich sie vermutlich nach 3 Minuten als einen der Menschen abstempeln die ich nicht mag..aber hier müssen wir an einander vorbei kommen und das wird schon klappen...


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